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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zeugin: Baggerfahrer drückte den Baum um
Zwischenüberschrift:
Streit um alte Linde verschärft - Stadt: Baugenehmigung ist nichtig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Streit um den Baumfrevel an der Lürmannstraße eskaliert. Drei Zeugen haben nach eigenen Angaben beobachtet, wie der Baggerfahrer die geschützte alte Linde an den Wurzeln bearbeitet und dann umgestoßen hat. Sie legen zum Beweis Bilder vor. Die Baustelle ist stillgelegt, die Baugenehmigung nach Angaben der Stadt nichtig.
Von Michael Schwager - Mit einem " Nachbarwiderspruch" wenden sich die Anwohner nun an die Stadt und fordern einen Baustopp bis zur Klärung des Lindenfalls. Im Namen von 78 Anliegern teilte Michael Konrad Lindemann der Stadt diese Forderung mit: " Durch die Missachtung der Auflagen aus der Baugenehmigung fühlen wir uns in unserem Nachbarschaftsrecht verletzt."
Tatsächlich hat die Stadt die Forderung bereits erfüllt: Nachdem ein Baggerfahrer die nach Einschätzung der städtischen Baumfachleute 120 Jahre alte, vitale Linde zu Fall gebracht hatte, sind die Bauarbeiten für das Projekt " Green Living" am 4. August, dem Tag nach dem Baumfall, durch die Bauverwaltung der Stadt gestoppt worden. Franz Schürings, Fachbereichsleiter Städtebau, sagte auf Anfrage: " Durch den Verstoß gegen die Auflagen ist die Baugenehmigung nichtig. Jetzt ist der Bauherr am Zuge, genehmigungsfähige Unterlagen vorzulegen." Bis dahin gilt der Baustopp. Auf einer zweiten Schiene prüft die Stadt, wie der Verstoß durch Bußgelder geahndet werden soll. Für zusätzlichen Zündstoff sorgte Stefan Berner, Geschäftsführer der Baufirma Massivhaussysteme GmbH (mhs) mit einer Stellungnahme. Darin hatte er geschrieben, dass der Baum versehentlich umgekippt worden sei. Er bedaure das.
Von einem " Versehen" könne keine Rede sein, schreibt dagegen Anwohner Lindemann in seinem Brief an Baudezernent Wolfgang Griesert. Mehrere Zeugen hätten die Arbeiten am 3. August beobachtet. Schon beim Ausheben der Baugrube sei ein Bagger in Stammnähe mehrfach über das Wurzelwerk der geschützten Bäume gefahren, ohne dass die vorgeschriebene Baum ummantelung angebracht gewesen sei. Die Beobachter informierten sofort die Stadt. Schürings kam zur Baustelle, um die mhs-Verantwortlichen auf den besonderen Schutz der Linde und einer Kastanie hinzuweisen.
Nach dem Ortstermin habe ein Baggerführer trotzdem Äste der Linde entfernt und weiter Erde von der Wurzel abgegraben. Eine Anwohnerin habe den Mann noch aufgefordert, das zu unterlassen - erfolglos. Wenig später wurde der Baum vom Bagger umgedrückt. Es sei ein zweiter Mann auf dem Grundstück gewesen, der dem Baggerführer anzeigt habe, wohin er den Baum kippen sollte. Anschließend hätten sich die Holzfäller zügig entfernt. Noch am gleichen Abend wurde die Polizei alarmiert. Anwohner Lindemann erstattete Strafanzeige gegen unbekannt.
Wie blank die Nerven liegen nach dem Umkippen der Linde, verdeutlicht dieser Vorfall: Eine Anwohnerin hatte nach der Stilllegung der Baustelle die Polizei gerufen, um den Abtransport eines Baggers zu verhindern. Bis zum Eintreffen der Beamten stellte sie sich vor die Zugmaschine, um deren Abfahrt zu stoppen. Die Polizei nahm schließlich die Personalien der Beteiligten auf.
Die SPD kündigte gestern Abend in einer Pressemitteilung an, den Vorfall am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss zur Sprache zu bringen. " Es muss klar sein, dass allein schon deshalb härteste Sanktionen verhängt werden müssen, um Nach ahmungsaktionen zu unterbinden", werden Fraktionschef Frank Henning und sein Stellvertreter Ulrich Hus zitiert. " Wir erwarten von der Verwaltung konkrete Schritte wie äußerst empfindliche Ordnungsmaßnahmen, ebenso eine sofortige Stilllegung der Baustelle, eine Entziehung der vorhandenen Baugenehmigung." Das Mindeste sei die Pflanzung eines gleichwertigen Baumes.
Infos auch auf www.neue-oz.de ». Im Dialog auf www.os-nachbarn.de » können Sie Ihre Meinung äußern.

Autor:
Michael Schwager


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