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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hasepartie im Sonntagsstaat
Zwischenüberschrift:
Blick von der Georgsbrücke zur Herrenteichsstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. In den letzten Jahren sind die Haseufer zwischen Georgstraße und Herrenteichsstraße zu einer Gastronomie- und Freizeit-Meile mit hoher Aufenthaltsqualität veredelt worden. Vor hundert Jahren war es nicht viel anders.
- Die Ansichtskarte von 1910 zeigt eine Kahnpartie mit her ausgeputzten Bootsinsassen im Sonntagsstaat. Rechts schwebt ein hölzernes Uferhäuschen über dem Wasser, aus dem man wahrscheinlich ähnlich entspannt auf die gemächlich dahinplätschernde Hase blicken konnte wie heute aus dem Wintergartenanbau des Restaurants " Venezia" an gleicher Stelle. Es gehört zum Komplex der Astoria-Passage. 1910 ist links im Hintergrund ein Bootsanleger mit einem weiteren Ruderboot zu erkennen, etwa dort, wo heute die moderne Fußgängerbrücke, die nach der türkischen Partnerstadt benannte Çanakkale-Brücke, auf das " L + T-Ufer" trifft.
Das Bekleidungshaus Lengermann + Trieschmann( L + T) hat im Zuge einer planvollen schrittweisen Expansion das gesamte linke Ufer des hier abgebildeten Haseabschnitts übernommen und dabei nicht nur an Verkaufsflächen für seine Sportabteilung gedacht, sondern ebenso eine Flanier-Promenade mit einer Aussichtsplattform über der Hase (links im Neuzeit-Bild) geschaffen. L + T wollte auch, dass der Wassersport auf dieser Hasepartie wieder Einzug hält. 1999 schaffte man einige Ruderboote und Tretboote an. Doch genau wie weiter haseabwärts, wo zwischen Carolinum und Pernickelmühle 1980 ein entsprechender Versuch nach wenigen Monaten unter dem Eindruck von zu wenigen zahlenden, dafür umso mehr randalierenden Kunden wiedereingestellt wurde, gab auch das Kaufhaus bald den Betrieb auf. L+ T-Chef Dieter Rauschen war darüber hinaus wohl die Freude an dem Projekt vergangen, nachdem Naturschützer ein brütendes Eisvogel-Paar in einem Abflussrohr der Herrenteichsbrücke entdeckt und gegen den Bootsverkehr mobil gemacht hatten.
Hinter dichtem Baumbestand verborgen lag 1910 auf dem linken Ufer das Hotel Kaiserhof. Nach dessen Kriegszerstörung wurde an gleicher Stelle das Wilhelmstift errichtet, eine Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen in Trägerschaft der Thuiner Franziskanerinnen. Vor fünf Jahren erwarb L + T auch dieses Gebäude und baute für die angehenden Erzieherinnen eine neue Fachschule für Sozialpädagogik, die 2006 eröffnete Franz-von Assisi-Schule, an der Kleinen Domsfreiheit.
Im Hintergrund erblicken wir die Hase-Insel. Da der östliche Hasearm damals wie heute fast komplett überbaut ist, wird die Insel kaum als solche wahrgenommen. Auf beiden Bildern ist der gewölbte Einlauf des kleineren Hasearms unter der Herrenteichstraße zu erkennen. Das Gebäude darüber, Herrenteichsstraße 1, nimmt den historischen Standort der Herrenteichspforte ein. Bis zur Entfestung im frühen 19. Jahrhundert lag hier eines der Zugangstore zur befestigten mittelalterlichen Stadt.
Das Haus Herrenteichsstraße 1 mit seiner markanten - hier nicht sichtbaren - Ecke gegenüber dem Haarmannsbrunnen hat eine lange Gastronomie-Tradition. Seine wohl glanzvollste Phase erlebte es vor 1945 als " Wiener Café". In den 1950er-Jahren schlicht wiederaufgebaut, war es in der Nierentisch- und Cocktail-Zeit als " Ocambo-Club" Anziehungspunkt der Tanz- und Feierlustigen. " Hier tanzen Sie nach internationalen Bands" hieß der Werbeslogan jener Tage. Heutzutage geht es wieder feurig zu, zumindest für die Liebhaber scharf gewürzter Gerichte: Das China-Restaurant " Goldener Drache" und das indische Restaurant " Ashoka" bitten zu Tisch.
Die hohe Gastronomie-Dichte der Hase-Insel setzt sich mit " L? Italiano" am linken Hasestrand sowie " Venezia" und " Cup & Cino" am rechten Ufer und auf der verbreiterten Georgsbrücke fort.
Autor:
Joachim Dierks


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