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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hantavirus: Viele Fälle in Bissendorf
Zwischenüberschrift:
Mäusedreck kann krank machen - Erkrankungen sind seit 2001 meldepflichtig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
fr Bissendorf/ Melle. Eigentlich kommt sie aus den Tropen, aber derzeit stellt diese Krankheit auch in Deutschland Rekorde auf: Rund 1200 Menschen haben sich seit Januar mit dem Hantavirus angesteckt, davon 60 im Osnabrücker Land. " Der Raum Melle/ Bissendorf bildet bei uns den Schwerpunkt, aus Bissendorf haben wir 23 Meldungen, aus Melle sind 15 Fälle bekannt", erklärte Landkreis-Pressesprecher Jürgen Menkhaus auf Anfrage. Im Vorjahreszeitraum gab es bundesweit nur 25 Erkrankungen.
Die Zahlen sind verlässlich, denn die Krankheit muss seit 2001 durch die Hausärzte dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Ämter wiederum geben sie an das Robert-Koch-Institut weiter, das ein bundesweites Kataster führt. Der Krankheitsverlauf ähnelt dem einer schweren Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Einige Patienten entwickeln außerdem Nierenversagen und müssen sich dann einer Therapie mit Dialyse auf der Intensivstation unterziehen.
Übertragungsweg
Übertragen wird die Krankheit in Deutschland durch die Rötelmaus, auch als Waldmühlmaus bekannt. Nur diese Mäuse-Art nutzt der Erreger als Wirtstier. Da diese Mäuse einen herrlichen Herbst mit reich gedeckten Buchecker-Waldböden erlebt haben und dann im langen Winter durch eine dicke Schneedecke vor Frost und Feinden geschützt waren, gibt es jetzt eine außergewöhnlich hohe Rötelmaus-Population.
Entsprechend stark haben die Hantavirus-Infektionen zugenommen. Übrigens: Hat sich die Rötelmaus mit dem Hantavirus infiziert, begleitet sie der Erreger ihr ganzes Leben lang. Sie scheidet ihn dann regelmäßig über Speichel, Kot und Urin aus.
Damit wird auch klar, wo das Virus zu finden ist: Im Freiland ebenso wie in Schuppen und Ställen. Die Ansteckung erfolgt dort durch das Einatmen von verkeimtem Staub.
Auch der allerdings eher unwahrscheinliche Biss der Rötelmaus kann das Virus übertragen. Menschen stecken sich untereinander nicht an. Auch Katzen werden nicht zu Überträgern, falls sie eine Rötelmaus verzehrt haben sollten.
Da es keine Impfmöglichkeit gibt, empfehlen Fachleute den Menschen insbesondere in den neuralgischen Gebieten relativ einfache Maßnahmen. So sollten Nebengebäude, Keller und Dachböden grundsätzlich von Mäusen freigehalten werden.
Wer dort fegen oder eine tote Maus entfernen will, sollte das möglichst nur mit Handschuhen und Staub-Mundschutz tun.
Hohes Fieber
Dass der Hantavirus ein hämorrhagisches Fieber auslösen kann, ist seit dem Korea-Krieg bekannt. Dort erkrankten damals 3000 Soldaten, die in der Nähe des Hanta-Flusses stationiert waren. Die litten unter hohem Fieber, die Blutgerinnung und die Nieren versagten.
Dem medizinischen Phänomen kam erst 1977 ein koreanischer Arzt auf die Spur: Der Mann entdeckte das Virus als Auslöser und benannte es dann nach dem Fluss.

Autor:
fr


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