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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Baum gefallen, Baustelle stillgelegt
Zwischenüberschrift:
Geschützte 120 Jahre alte Linde an der Lürmannstraße flach gelegt - Politik fordert Konsequenzen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Baustelle Lürmannstraße/ Gutenbergstraße ist vorerst stillgelegt. Grund: Eine im Bebauungsplan unter besonderen Schutz gestellte große Linde ist im Zuge der Bauarbeiten auf dem Eckgrundstück umgekippt. Nachbarn haben beobachtet, wie am späten Dienstagnachmittag zweimal ein heftiger Ruck durch den 120 Jahre alten, vitalen Baum ging. Dann war das Naturdenkmal flach gelegt.
- Die Stadt prüft derzeit, wieso der Baum umgekippt ist und wie diese Tat sanktioniert werden kann. Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, wird den zuständigen Stadtentwicklungsausschuss in der kommenden Woche über den Stand dieser Prüfung informieren. Nach seiner Beurteilung handelt es sich förmlich um eine Abweichung von der Baugenehmigung. Der Erhalt der Bäume sei ausdrücklich Bestandteil der Baugenehmigung.
Politiker forderten am Mittwoch spürbare Konsequenzen für den Investor. Landtagsabgeordnete Anette Meyer zu Strohen (CDU), Vorsitzende des Osnabrücker Stadtentwicklungsausschusses: " Ich unterstelle niemandem Absicht. Aber wer einen geschützten Baum beseitigt, aus welchem Grund auch immer, muss angemessenen Ersatz schaffen." Volker Bajus, umweltpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion der Grünen, ging da noch weiter: " Wir müssen überlegen, ob die derzeitige Höhe der Bußgelder in solchen Fällen noch abschreckende Wirkung hat." Die derzeit vorgesehenen 10 000 Euro würden bei exklusiven Wohnprojekten locker in die Verkaufspreise eingerechnet.
Exklusives Wohnen am Westerberg hatte die Firma Massivhaus-Systeme (mhs) versprochen, die ihr Neubauprojekt an der Lürmannstraße unter dem Label " Green Living" angeboten hatte. Auf dem Grundstück stand früher die Villa des Großkaufmanns Philipson. Massivhaus-Systeme wollte zu dem Vorfall gestern nicht Stellung nehmen.
Die Stadt war dem Investor im vergangenen Jahr bei einem Problem entgegengekommen: In der Mitte des Grundstücks hatten zwei im Bebauungsplan geschützte, große Bäume gestanden. Das Unternehmen hatte diese fällen dürfen. Dafür waren zwei andere Großbäume am Grundstücksrand unter Schutz gestellt worden, einer davon war die am Dienstag umgelegte Linde.
Detlef Gerdts, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, ist entsetzt über den Schaden und sagte gestern auf Anfrage: " Wir haben alle Beteiligten bis hin zu den Baggerführern eindringlich auf den Schutz der beiden Bäume hingewiesen." Dass der Baum dennoch umgehauen wurde, sei ungeheuerlich.
Das sehen auch Nachbarn des Baugrundstücks so. Unmittelbar nach dem Vorfall am Dienstagabend meldeten sich mehrere von ihnen in der Redaktion. Diplombiologin Marlene Abing, erst im vergangenen Jahr aus Süddeutschland zurück nach Osnabrück gezogen, wundert sich über den bedenkenlosen Umgang der Osnabrücker mit ihrem wertvollen Bestand an alten Bäumen. Schon die Abholzung wenige Meter weiter westlich auf dem Gelände der ehemaligen Karmann-Villa habe sie geärgert. Hier waren im Winter geschützte Bäume abgeholzt worden. Die Biologin gibt zu bedenken: Ein alter Baum in der Stadt biete vielen Tierarten Lebensraum und Nahrung. Er kühlt die Umgebungsluft, nimmt bis zu 2, 5 Kilogramm Kohlendioxyd pro Stunde auf und filtert kiloweise Partikel und Staub aus der Luft.
Weitere Infos auf www. neue-oz.de. Im Dialog auf www.os-nachbarn.de » können Sie Ihre Meinung zu dem Vorfall äußern und Konsequenzen für die Verantwortlichen vorschlagen.
Autor:
Michael Schwager


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