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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schleusen sind die Nadelöhre für die Großmotorgüterschiffe
Zwischenüberschrift:
Stichkanal: 30 Jahre Verbreiterung – Der 14,5-km-Ausbau fast abgeschlossen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Harald Preuin nal hat seine besondere Anziehungskraft für Spaziergänger, Radfahrer, Angler, Lagerfeuer-Romantiker und Sehleute. Grund sind die Restarbeiten der Verbreiterung des 14, 5 km langen Stichkanals auf Europaschiff-Format″, wie es noch zu Beginn des Ausbaues in den 80er Jahren hieß.
Das gute alte Europaschiff ist als Normgröße für den Ausbau des Stichkanals inzwischen dem größeren Großmotorgüterschiff (GMS) gewichen. Neben den Schiffsdaten wie Länge 110 m, Tiefgang 2, 80 m, Breite 11, 40 m, Tragfähigkeit ca. 2100 t beschreibt diese Norm u. a. auch die Belastung im Wasser wie Geschwindigkeit, Wellenschlag und Rückströmungen.
Für den Ausbau des Stichkanals bedeutete das eine Verbreiterung von 25 auf 38 m Wasserspiegelbreite, erläuterte Bert Dieme vom Neubauamt für den Ausbau des Mittellandkanals mit Sitz in Bramsche. Noch auf etwa 2, 6 km Baustelle wird gearbeitet und da gibt es viel zu sehen.
Die Logenplätze der Sehleute sind die neuen Kanalbrücken Nr. 80 (Glückaufstraße) und Nr. 79 (Die Eversburg/ Süberweg). Hier werden die Böschungen hergerichtet. Ein Bagger schrägt das Erdreich ab und schaufelt den Boden in eine Schute, die längsseits liegt. Mit einem Schlepper wird der Lastkahn zum Mittellandkanal bugsiert, wo die Ladung schließlich per Riesen-Lkw (Dumper) zu speziellen Lagerstellen transportiert wird.
Bruchsteine, die mit Beton gesichert werden, stabilisieren letztlich die abgeschrägte Böschung. Auch für die Brocken aus dem Piesberg ist die Lastkahn das Transportmittel der Wahl. Per Lkw werden sie aus dem Steinbruch zum Piesberger Hafen gekarrt, wo sie von den Schuten aufgenommen werden. Die Ladestelle ist zwar in Sichtweite der Baustelle an der Brücke Glückaufstraße, doch per Lkw verbietet sich der Transport über den Kanalseitenweg. So werden und wurden die Steinklötze in Schuten herangebracht. Mehrere Bagger haben Verteilfunktion. Auf diese Weise werden nach Abschluss der Arbeiten 60 000 qm Böschungsfläche befestigt sein. Das sind immerhin mehr als 8 Fußballfelder. Bis zum Ende des Jahres werden alle Arbeiten abgeschlossen sein.
Seit den 80er Jahren wird der OS-Stichkanal verbreitert. In den letzten Jahren standen der Austausch der Kanalbrücken im Vordergrund. 7 wurden erneuert, die Maschwegbrücke in Wallenhorst fiel ersatzlos fort. Damit können Großmotorgüterschiffe mit einer Länge von 110 m, einer Breite von 11, 40 m und einem Tiefgang von 2, 80 m den Stichkanal befahren allerdings nur in Einzelfahrt, weil das Kanalprofil unter der Wasserlinie einen Begegnungsverkehr nicht zulässt.
Doch letztlich bleibt der Kanal für diese Schiffsgröße unbefahrbar, wenn nicht auch die beiden Schleusen erneuert werden. Die Hollager und die Haster Schleuse regeln die unterschiedliche Wasserstandshöhe zwischen Mittellandkanal (50, 30 m über Normal-Null) und dem OS-Stadthafen (59, 80 m über NN). Beide Bauwerke sind 85 Jahre alt und mit ihren Idealmaßen (115 m Länge, 12, 50 m Breite) zu knapp bemessen für das Großgüterschiff.
Der Austausch der Schleusen ist allerdings vorerst auf Eis gelegt, weil vor einiger Zeit die Diskussion über einen neuen großen Hafen am Mittellandkanal begonnen hat. Bohmte könnte ein idealer Standort sein, hieß es in einer Machbarkeitsstudie. Bevor in dieser Frage eine Entscheidung gefallen ist, bleiben die beiden Schleusen die Nadelöhre für Großschiffe wie das GMS auf dem Weg vom Mittellandkanal zum OS-Stadthafen.
Bis dahin bleibt der Stichkanal auch ein Transportweg mit Freizeitwert. Während Ruderer sich den Platz auf dem Wasser mit Profi- und Freizeitschiffern teilen, dürfen Spaziergänger und Radfahrer weiter den guten alten Treidelpfad benutzen, ein Begriff, der Bert Dieme zum Schmunzeln bringt: Getreidelt wird schon lange nicht mehr″. Heute heißen die Seitenwege an der Kanalböschung Betriebswege″.
Doch die Bezeichnungen Lein- oder Treidelpfad ist immer noch präsent. Sie erinnert an die Zeit, als Menschen, Zugtiere (zum Beispiel Pferde) oder Maschinen (Lokomotiven) u. a. Frachtsegler zogen. Die Schiffe waren über ein Tau („ Leine″) mit den auf den Leinpfaden gehenden Treidelpferden und Treidlern verbunden.

Autor:
Harald Preuin


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