User Online: 2 | Timeout: 10:29Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schönheiten am Wegesrand
Zwischenüberschrift:
Schnatgang durch Rulle-Ost mit dem Wallenhorster Umweltbeauftragten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
gre WALLENHORST. Zum Schnatgang lädt Wallenhorsts Umweltbeauftragter Udo Stangier seit 21 Jahren ein. Diesmal folgen ihm mehr als 30 Interessierte in den Ruller Bruch und auf Anhöhen des Wiehengebirges. Prof. Dr. Konrad Arndt aus Rulle vermittelt umfangreiches Botanikwissen. Unvorstellbar für die Teilnehmer, dass die Landschaft von der geplanten Trasse der A 33-Nord durchschnitten wird.
Von Beginn an - Start ist am einstigen Standort der Firma Stavermann am Ostenort - lässt es Udo Stangier hurtig angehen. Das unter die Sohlen genommene Pensum ist großzügig bemessen und soll in vier Stunden bewältigt werden. Gleichwohl ist Zeit für intensive Blicke auf vieles, was am Wegesrand grünt und blüht. Landwirtschaftliche Informationen gibt es überdies.
Die Flora im Ruller Bruch präsentierte sich üppig und mit Spezies, die typisch für feuchte Gebiete sind: Rohrglanzgras, Weidenröschen, Wasserschneeball, Blutweiderich, Froschlöffel, Erlen und Co. " Der Blutweiderich ist verwandt mit der Nachtkerze", erklärt Arndt. Das Mädesüß nimmt er unter die Lupe. " Es wächst an besonders nährstoffreichen Stellen wie Gräben und Bachufern. Dass im Bruchbach die kleine Teichlinse wächst, zeigt, dass das Wasser nicht übermäßig mit Nährstoffen befrachtet ist", wissen die Schnatgänger nun ebenfalls.
Aus Engter ist Andrea von Homeyer angereist. Die Agrarbiologin und Umweltschützerin ist gegen die geplante A 33: " Die Autobahn schädigt Natur und Anwohner. Ich liebe die Gegend hier und mag die Ruhe sowie die landwirtschaftliche Struktur."
Der Lieblingsvogel
Nun berichtet Stangier über seinen erklärten Lieblingsvogel, den Steinkauz: " In Niedersachsen gilt er als bedroht. Daher gibt es ein Programm zur Wiederansiedlung. Osnabrück ist dafür inzwischen ein Schwerpunkt geworden. Dabei helfen die Niströhren."
Weiter geht es über die Ost-Ruller Flutbachbrücke zum Erftenbecksweg. Dort legt die Gruppe einen erneuten Stopp ein. Aufgeschichteter Gartenmüll wartet aufs Verrotten. " Ein Gartenflüchtling", nennt Arndt die mannshohen Eselsdisteln, die in Mittelmeerländern heimisch sind und sich auch in Wallenhorst sichtbar wohl fühlen. Der Umweltbeauftragte sieht Handlungsbedarf: " Beim Verrotten entsteht Fäulnis. Die schädigt den Bestand." Arndt: " Das ist eine Sauerei."
Beim Grenzkontrollgang durch den Ruller Bruch erklärt Udo Stangier, warum Wiesen dort regelmäßig unter Wasser stehen: " Das ist die Nähe zum Bruchbach. Er wird vom Wiehengebirge gespeist und mündet in die Ruller Flut." Der landwirtschaftliche Wandel zeige sich daran, dass auch Weizen und Mais angebaut würden.
Beiläufig berichtet Konrad Arndt von Bildern, die er vor etlichen Jahren nahe dem Unländer Damm gemacht habe: " Das Wasser ist über die Ufer getreten und hat Felder überschwemmt. Dann hat nachts der Frost mit minus 15 Grad eingesetzt. Am anderen Tag sind dort Kinder geschlittert. Das habe ich noch nicht wieder erlebt."
Einige Teilnehmer nehmen immer wieder ihr Fernglas in die Hand, um segelnde Greifvögel wie den eher unbekannten Wespenbussard zu beobachten.
Die Schnatgänger lassen die Blicke schweifen über Felder und Wiehengebirge. Ziel ist ein Eichen-Buchen-Hain. Für die Gruppe bleibt unvorstellbar, dass die A-33-Trasse die Kulturlandschaft durchschneiden könnte.
Udo Stangier ist nach wie vor felsenfest überzeugt: " Ich meine, die A 33 kommt nicht."

Autor:
gre


Anfang der Liste Ende der Liste