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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Talent aus Hersum
Zwischenüberschrift:
Lukas Memken versorgte Bistum mit kirchlicher Kunst
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Talentförderung lag früher auf dem Lande oft beim Priester: Um 1875 war es der Holter Vikar Franz Evers, der die bildhauerische Begabung des 15-jährigen Lukas Memken aus Hersum im Emsland entdeckte und diesem eine Bildhauerlehre in Münster vermittelte.
1888 richtete Meister Memken an der Osnabrücker Johannisstraße seine erste Werkstatt ein, die er später in die nahe gelegene Pfaffenstraße verlegte. Aus dem Schatten der Johanniskirche heraus versorgte er in den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Tode am 12. Juni 1934 die Kirchen und Kapellen des Bistums Osnabrück und seiner Nachbargebiete mit Kunstwerken.
Für St. Johann und Herz Jesu in Osnabrück schuf er eine Kanzel und Seitenaltäre. Hochaltäre entwarf er für die Kirchen St. Martinus in Haren, St. Alexander in Bawinkel, St. Peter und Paul in Oesede sowie St. Laurentius in Neuenkirchen im Hülsen. Letzterer entstand 1909 in Zusammenarbeit mit dem Kunsttischler Franz Thiesing und kostete 20 000 Reichsmark.
Auch der Schäferbrunnen am Osnabrücker Rosenplatz war ursprünglich Memkens Werk, das ab 1904 ein kupferner Hirte zierte. Dieser wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und durch eine Arbeit von Georg Hörnschemeyer ersetzt. 1929 erhielt Memken den Auftrag, den stark angegriffenen mittelalterlichen " Löwenpudel" vor dem Dom durch eine Replik zu ersetzen. Das Original ging ans Kulturgeschichtliche Museum.
Zwei seiner wenigen Weihnachtskrippen sind alljährlich in den Kirchen St. Bartholomäus in Melle-Wellingholzhausen und St. Lambertus in Ostercappeln zu sehen.
Auf dem Höhepunkt seines Wirkens beschäftigte er neben mehreren Gesellen und Lehrlingen auch den Maler und Restaurator Wilhelm Ludwig Wiegard, der die Werke farbig gestaltete.
Sein bedeutendster Schüler war Ludwig Nolde, der sich nach dem Ersten Weltkrieg mit einer eigenen Werkstatt selbstständig machte und einen eigenen expressiven Stil entwickelte.
Lukas Memken dagegen blieb zeitlebens dem mittelalterlichen Kunstverständnis verhaftet und verlor zu seinem Lebensabend an Bedeutung. In diesen Tagen - am 25. Juli - wäre er 150 Jahre alt geworden.



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