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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Lebensraum für ein Dutzend Fischarten
Zwischenüberschrift:
Die Düte ist besser als ihr Ruf, braucht aber noch mehr Schutz
Artikel:
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Originaltext:
Lotte/ Georgsmarienhütte. Noch vor 200 Jahren war die Düte ein Fluss mit unzähligen Mäandern und klarem fischreichen Wasser, gesäumt von Feuchtwiesen und Auwald, Heimat von Groppe (auch Mühlkoppe genannt), Kammmolch und Wasseramsel.
Von Angelika Hitzke - Dann kamen Industrialisierung, Siedlungsverdichtung, Flurbereinigung, Intensivierung der Landwirtschaft und damit Wasserverschmutzung, Uferbefestigungen, Begradigungen: Bis zum Bau der Kläranlagen in Georgsmarienhütte und Hellern war die Düte biologisch praktisch tot. Und heute? Wir fragten Robert Enders vom Naturschutz- und Fischereiverein Wersen, ob und welche Fische es im Unterlauf zwischen Atter und der Mündung in die Hase gibt.
Enders ist seit fast 30 Jahren Gewässerwart des Vereins, der unter anderem auch die Kopfweiden pflegt, die seit 1992 an den Ufern gepflanzt wurden, den Fischbestand regelmäßig prüft und Bachforellen oder Aale an verschiedenen Stellen in den Fluss einsetzt. Weil die zwar eigentlich hier heimisch wären, aber sich nicht mehr in ausreichendem Maß natürlich vermehren und vor allem immer weniger Fische noch die lange Wanderung flussaufwärts schaffen.
Hindernisse
Das hat mehrere Gründe, erklärt Enders: Die Forellen brauchen sauberen Kies mittlerer Körnung, wie man ihn im Dütebett kaum noch findet, zum Laichen. Wehre und Staustufen erschweren ihnen den Weg zur potenziellen Kinderstube. " Nur große, kräftige Fische könnten das wohl schaffen, hier hochzukommen", sagt der Gewässerwart und zeigt auf die fast 30 Zentimeter hohe Stufe an der Tüchtermühle in Wersen, über die das schnell fließende Nass wie ein kleiner Wasserfall strömt.
Aale finden nach seinen Worten wegen der Überfischung der Meere kaum noch ihren Weg von den Laichgründen im Sargasso-Meer nach Europa und dann von der Nordsee die Ems und die Hase hoch bis in die Düte.
Deshalb kauft der Naturschutz- und Fischereiverein Wersen jedes Jahr neben Bachforellen aus Zuchtbetrieben auch Glasaale. Diese Jungaale kosten 800 bis 1000 Euro pro Kilo, wobei ein Kilo etwa 3000 Glasaale umfasst, erzählt Robert Enders. Forellen und Aale werden jeweils im Herbst in den Fluss eingesetzt, damit sie sich während der Schonzeit eingewöhnen und lernen können, ihr Futter selbst zu fangen. Außerdem werde die Schleimhaut der Fische zum Winter hin fester und sie lassen sich besser transportieren. " Wir hoffen natürlich, dass sie sich irgendwann heimisch fühlen und sich auch vermehren", sagt Enders.
Die Bestandskontrolle mittels Elektrofischen, die " vor fünf, sechs Jahren" zwischen der Dütebrücke am Fasanenhof und der Mühle Bohle vorgenommen worden sei, habe allein 64 Aale " in allen Größen" ergeben.
Jetzt, im Frühjahr, habe das Land NRW bei einer ähnlichen Aktion aber nur noch zwei Aale und 24 kleinere Forellen gefunden. Das Elektrofischen ist übrigens die effektivste und sanfteste Art, die vorhandenen Fische zu fangen, um sie zu zählen und zu bestimmen. Sie werden dann anschließend wieder freigelassen. R eichlich vorhanden seien in der Düte dagegen wieder die natürlich hier vorkommenden Kleinfischarten Mühlkoppe, Elritze, Bachschmerle, Gründling und Steinbeißer.
" Das ist natürlich für den Eisvogel ideal", freut sich der Fischer und Naturschützer. In der Nähe des Golfplatzes hat er schon einen solchen " Edelstein der Lüfte" bei der Jagd beobachtet, und " an der Mühle Bohle brütet er regelmäßig in einer Felswand." Bleibt abzuwarten, ob der Eisvogel auch die Nisthöhlen annimmt, die ihm die Vereinsmitglieder voriges Jahr ins Steilufer hinter der evangelischen Kirche gebaut haben.
Das Dütewasser auf Lotter Gemeindegebiet habe die Güteklasse zwei bis drei (kritisch belastet). Oberhalb von Sutt hausen, also auch in GMHütte, sei es ein wenig besser: Güteklasse zwei (mäßig belastet), sagt Enders. Die Zuflüsse Goldbach und Hischebach - der Wilkenbach als drittes Nebenflüsschen führt im Sommer oft sehr wenig Wasser - bringen nach Auskunft des Gewässerwartes " eine sehr gute Wasserqualität" in die Düte ein. In den Goldbach " steigen sehr viele Forellen auf"; möglicherweise verschwinden dorthin etliche der 580 Bachforellen, die der Verein letztes Jahr allein auf dem NRW-Abschnitt der Düte eingesetzt hat. Insgesamt waren es etwa 1200 auf den rund 35 Flusskilometern von der Quelle zwischen Wellendorf und Bad Iburg bis zur Mündung in Halen.
Übrigens gibt es auch Hechte, Barsche und Weißfische wie Rotaugen und Rotfedern in der Düte. Die werden aber in Form von Eiern, also Fischlaich, oder Larven eingeschleppt: " Die kommen über das Gefieder von Vögeln in die Düte", erklärt Robert Enders.

Quelle entspringt im Teutoburger Wald
Die Düte entspringt am Südhang des Teutoburger Waldes bei Bad Iburg. Auf ihrem 35 Kilometer langen Weg zur Hase in Osnabrück passiert der Fluss Kloster Oesede, Oesede, Holzhausen, Sutthausen, Hellern, Atter, Alt-Lotte und Wersen. Der Abfluss der Düte erfolgt über die Hase, von dort in die Ems zur Nordsee. Damit gehört sie zum Flusssystem Ems. Nebenflüsse sind Wilkenbach, Goldbach und Hischebach. Der Höhenunterschied zwischen Quelle und Hase-Mündung beträgt 147 Meter. In Georgsmarienhütte verläuft die Düte unterirdisch unter dem Firmengelände des Stahlwerks.
An der Düte finden sich noch eine Vielzahl von besonders geschützten Biotopen, beispielsweise kleinere Stillgewässer, naturnahe Gewässerabschnitte, Reste von Auwäldern und Bruchwäldern und Feucht- und Nassgrünland.

Autor:
Angelika Hitzke


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