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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der positive Treibhauseffekt
Zwischenüberschrift:
In Hagen wird der Klärschlamm getrocknet und seine Entsorgung damit günstiger
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
za Hagen. Das kommunale Klärwerk ist um eine Trocknungsanlage für Klärschlamm erweitert worden. Die 320 000 Euro teure Maßnahme hilft, die jährlich anfallende Menge Klärschlamms in Hagen um über 80 Prozent zu senken. Das hat sowohl Auswirkungen auf die Gebührensituation für die Haushalte sowie den Klimaschutz.
Während andernorts Meteorologen und Klimaschützer bei Nennung des Wortes Treibhauseffekt einen nachdenklichen Gesichtsausdruck annehmen, lockern sich in diesem Fall bei den Verantwortlichen in Hagen die Mienen auf. Denn mit der Investition hat der Rat die Weichen für den Einsatz einer zukunftweisenden Technologie bei der Klärschlammentsorgung gestellt.
Schon seit dem Jahr 2000 wurde im Klärwerk in Natrup-Hagen eine Vererdungsanlage für Klärschlamm eingerichtet. " Hintergrund war die Kostensituation: Für die Entsorgung waren bis zu 55 Euro pro Kubikmeter aufzubringen, etwa 10 000 Kubikmeter fallen hier jährlich an", sagt Amtsleiter Helmut Lauxtermann. Doch eigentlich war es falsch, das anfallende Gemisch aus dem Klärwerk als Schlamm zu bezeichnen, denn es besteht nur zu zwei Prozent aus fester Masse. Der Rest ist Flüssigkeit, die aber mit denselben Kosten bei der Entsorgung zu Buche schlug. " Eigentlich wurde nur Wasser durch die Gegend gefahren", so Lauxtermann.
Mithilfe von Schilf auf den eingerichteten Poldern der Vererdungsanlage gelang es nun, den Trockenanteil des Klärschlamms auf etwa 20 Prozent zu erhöhen. Doch das reichte den Verantwortlichen immer noch nicht. Lauxtermann machte sich weiter kundig und stieß auf das Verfahren mit der Trocknungsanlage. Zusammen mit Vertretern des Rats besuchte er eine ähnliche Anlage in München, und alle zeigten sich von dieser Visite begeistert. Das Projekt " Treibhaustrocknung" wurde in den Haushalt übernommen und genehmigt.
Nun nimmt ein Thermohaus die Substanz von den mittlerweile zehn Poldern beim Klärwerk auf. In der über 500 Quadratmeter großen Anlage wird dem Klärschlamm über den Weg der Verdunstung Flüssigkeit entzogen. Eine automatische Harke gräbt die Masse immer wieder um, die vollautomatische Prozesssteuerung regelt Belüftung und Bearbeitung der Masse. Vier Wochen etwa dauert der Prozess, den Trockenanteil des Klärschlamms auf 50 bis 70 Prozent zu erhöhen.
Mitglieder der Ratsfraktionen haben die Klärwerkserweiterung schon besucht. " Es ist die erste Anlage dieser Art in Norddeutschland. Hagen hat ein Zeichen für Umweltschutz und Kosteneinsparungen gesetzt", kommentierte Reinhard Wittke (SPD), und Aloys Grba (CDU) hob hervor, die Bürger " können durch diese Innovation auf stabile Preise" bei der Abwasserentsorgung vertrauen.
Das in der Anlage gewonnene Stabilat kann im Landschaftsbau, zum Beispiel beim Bau von Lärmschutzwällen, eingesetzt oder im nahen Kraftwerk Ibbenbüren verbrannt werden. Die Vererdungstrocknung hat nach Worten von Lauxtermann auch noch weitere Vorteile. " Die An- und Abfahrt von Lkw am Klärwerk verringert sich deutlich, und der Klärschlammtourismus, der andere Kommunen und Städte ihren Abfall bis ins Ausland bringen lässt, wird somit überflüssig."

Autor:
za


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