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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nala ist der große Star
Zwischenüberschrift:
Ferienspaßprogramm besonderer Art
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
hiek OSNABRÜCK. Die einen gehen reiten, die anderen spielen Singstar, und wieder andere machen einen Ausflug in den Zoo. Die schuleigene Ferienbetreuung der Montessori-Schule soll für alle Teilnehmer ein Erlebnis sein. Das Programm ist dafür nicht nur umfangreich, sondern vor allem auch individuell.
Die immer wieder neu gefüllten Wartelisten sprechen für das Konzept: Seit 15 Jahren bietet die Förderschule für geistig behinderte Jungen und Mädchen ihren Schülern nun schon das Ferienspaßprogramm mit 1: 1-Betreuung an. Einziger Haken: Die Teilnehmerzahl ist auf rund 20 begrenzt. Der Andrang ist deutlich größer.
Einige Schüler ereile es mitten im Schuljahr, berichtet Gisela Overin: Durch Zufall kommt ihnen das Stichwort Ferien in den Kopf. Dann erinnern sie sich an den zurückliegenden Sommer, eilen zu einem der Organisatoren des Ferienspaßprogramms und fragen, ob sie beim nächsten Mal nicht wieder dabei sein könnten. " Das ist für uns natürlich eine tolle Bestätigung", sagt Gisela Overin, die das Programm schon seit mehreren Jahren zusammen mit ihrer Kollegin Melanie Gornig organisiert.
Beide sind pädagogische Mitarbeiterinnen der Schule und werben meist schon viele Wochen im Voraus um junge Gruppenleiter, Auszubildende und Studierende, die während des Ferienspaßprogramms die Betreuung eines Schülers oder einer Schülerin übernehmen.
Viele von ihnen haben in den ersten beiden Ferienwochen selbst schul- oder studienfreie Zeit, die sie so nicht nur für sich persönlich, sondern auch zur Berufsqualifikation nutzen. Denn die meisten streben Berufe im sozialen Bereich an, wollen Erzieher, Sozialarbeiter oder Pädagogen werden.
Betreuer lernen dazu
" Die Betreuung hier ist etwas ganz anderes als ein Praktikum", sagt Sebastian Brehl. Der 21-Jährige engagiert sich in diesem Jahr zum ersten Mal als Betreuer im Ferienspaßprogramm. Im vierten Ausbildungsjahr zum Erzieher hat er den Vergleich zu anderen Praktikastellen, bei denen er ebenfalls mit behinderten Kindern und Jugendlichen zu tun hatte: " Dadurch, dass man hier eine 1: 1-Betreuung hat, bekommt man den Alltag der Kinder ganz anders mit", sagt der junge Mann. In den letzten zwei Wochen habe er gelernt, " mehr aus den Augen des Kindes" zu gucken. Bei Tagesausflügen, wie sie im Ferienspaßprogramm traditionell auf dem Plan stehen, fange es schon an: Behindertengerechte Toiletten sind auf einmal kein Service-Plus mehr, das man fast unbemerkt wahrnimmt, sondern eines, nach dem man mit seinem Betreuungskind händeringend sucht.
Janine Wöbeking ist in diesem Jahr ebenfalls zum ersten Mal als Betreuerin dabei. In Sutthausen macht die 17-Jährige eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Ihre Erfahrungen, die sie in ihren ersten beiden Betreuungswochen gesammelt hat, decken sich mit denen von Sebastian: " Es ist wirklich die 1: 1-Betreuung, die hier eine besondere Sicht ermöglich", sagt Janine.
Reitstunden sind toll
Mit ihrem Betreuungskind Melissa (14) versteht sie sich ganz wunderbar. Ausnahmsweise durften die beiden sogar zweimal mit zum Reitplatz am Heger Holz. Eigentlich darf jedes " Pärchen" nur einmal im Laufe der Ferien dorthin, um unter Anleitung von Reittherapeutin Katharina Lindemann auf dem schuleigenen Therapiepferd Nala zu reiten. Lindemann ist auch als Reitlehrerin an der Schule angestellt, sodass sie vielen Kindern bereits vertraut ist. " Das Reiten und des selbstständige Führen ist enorm wichtig für das Selbstbewusstsein der Schüler", sagt Lindemann.
Was die Betreuer und ihre Kinder in den zwei Wochen unternehmen, entscheiden sie weitestgehend selbst. Manchmal tun sich auch Grüppchen zusammen, gehen ins Kino oder zum Bummeln in die Stadt. Was für die Kinder dabei das Schönste ist? Sie haben die ganze Zeit ihren ganz persönlichen Betreuer. Ein Angebot, das nur durch großzügige Unterstützung von Sponsoren finanziert werden kann.

Autor:
hiek


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