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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Macht Schokolade glücklich?
Zwischenüberschrift:
Kinder produzierten Leckereien aus Kakaobohnen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
tw Osnabrück. " Am liebsten Vollmilch", waren sich die Mädchen und Jungen einig, die gestern in der Grünen Schule des Botanischen Gartens etwas lernten, was sie wohl auch gerne in der Schule lernen würden. Sie machten Schokolade.
" Schokolade ist gesund", behauptete Lukas (7). Doch da waren sich nicht alle Kinder einig. " Eigentlich nicht", widersprach Merlin (8), fügte aber schnell an: " Wenn man die Schokolade selbst macht, darf man sie auch essen."
Felicitas (6) hat mal irgendwo gelesen, dass Schokolade nicht gesund sei, weil da Zucker und Fett drin ist. " Das macht dick und verstopft die Adern", erklärte sie den anderen Kindern. Wer verstopfte Adern hat, der kann einen Herzinfarkt bekommen. Deswegen sollte man nicht zu viel Fett essen. " Und nach dem Schokoladeessen Zähne putzen", ergänzte Felicitas.
Die Kinder waren aber nicht in die Grüne Schule gekommen, um etwas über Gesundheit zu lernen. Die Biologin Birgit von Höveling ging mit ihnen durch die Tropenhäuser des Botanischen Gartens auf Schokoladensuche. Dort wachsen Kakaobäume, Kokospalmen, Zimtbäume, Vanille, Zuckerrohr und Bananen. Aus den Erzeugnissen dieser Pflanzen und Früchte wird Schokolade gemacht.
Birgt von Höveling erzählte den jungen Schoko-Produzenten, dass die Kakaobohnen aus Südamerika stammen. Bekannt wurde die Pflanze durch die Azteken, die vor 600 bis 400 Jahren in Mittelamerika lebten. Sie bauten die Kakaobohnen an und machten daraus ein Getränk: Kakao. Sie tranken eine Mischung aus Wasser, Kakao, Mais, Vanille, Cayennepfeffer und etwas Salz.
Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Kakao auch gesundheitsfördernd ist. Der darin enthaltene Wirkstoff Epicatechin kann das Auftreten von vier der fünf häufigsten Krankheiten der westlichen Welt (Hirnschlag, Herzinfarkt, Krebs und Diabetes) auf weniger als zehn Prozent senken. Wissenschaftler der Universität Münster haben einen Wirkstoff im Kakao entdeckt, der sich wachstumsfördernd auf Hautzellen auswirkt und damit die Wundheilung unterstützt. Der Wirkstoff verhindert zudem, dass man Falten bekommt, und verringert das Risiko von Magengeschwüren. Manche Menschen nutzen Schokolade auch als " Nervennahrung". Sie glauben, dass der Genuss von Schokolade glücklich macht.
Bevor die Kakaobohnen zu Schokolade verarbeitet werden, müssen sie in einer Fabrik geröstet werden. " Dadurch bekommen sie das Schokoladen-Aroma", sagte Birgt von Höveling. Anschließend werden die Bohnen gebrochen und die Schalen abgetrennt. Das Innere der Bohnen kommt in eine Kakaomühle, wo es zu Kakaobrei gepresst wird. Dabei entsteht auch Fett. Daraus werden weiße Schokolade, Kakaobutter oder Zäpfchen gemacht.
So ähnlich wie in der Fabrik arbeiteten auch die Kinder. Nur zerstampften sie die gerösteten und geschälten Kakaobohnen nicht mit einer Maschine, sondern in einem Mörser. Die fertige Masse vermischten sie mit Puder- und Vanillezucker, Milch- und Kakaopulver sowie etwas Leitungswasser und Palmin. Die Masse, die daraus entstand, verfeinerten die kleinen Feinschmecker mit Rosinen, Bananen, Weintrauben, Mandeln, Nüssen, Cornflakes oder Kokosnussraspeln. Diese Mischung legten sie zwischen zwei Kekse und bissen herzhaft zu.
Seit gestern haben die Kinder eine neue Lieblings-Geschmacksrichtung bei Schokolade: Nicht Vollmilch, sondern selbst gemacht.

Autor:
tw


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