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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Junge Gelehrte zwischen alten Gräbern
Zwischenüberschrift:
15 Jugendliche aus aller Welt arbeiten drei Wochen auf dem Johannisfriedhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
jweb Osnabrück. Song Hyun Ji und Kim Miok entdecken ein längst vergessenes Grab. Ein Busch hatte es im Laufe der Jahre mit seinen Zweigen umschlossen. Die beiden Frauen aus Südkorea und 13 weitere junge Leute aus vielen Ländern arbeiten derzeit auf dem Johannisfriedhof. Drei Wochen lang ist dort ihr " Workcamp" - organisiert von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten.
Rund um den Erdball konnten sich junge Erwachsene für die Arbeit auf dem Osnabrücker Johannisfriedhof anmelden. Das historische Gelände steht auf dem Programm der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste unter der Rubrik " Historische Schätze erhalten". Meist sind es angehende Gelehrte, die sich für dieses Thema interessieren.
Die Studentinnen Natascha Lyaskovstaya (23) und Anasstassia Pogorelzewa (22) reisten aus Moskau nach Osnabrück und zogen zu den anderen Jugendlichen in die Teutoburger Schule. Der Anlass ist für beide zwar auch der Umgang mit den historischen Gräbern, doch vor allem wollen sie Deutsch lernen. Sie schlafen auf Feldbetten von der Feuerwehr. Den Kühlschrank müssen sie selbst befüllen, und sie müssen auch selbst kochen. Was heißt " müssen"? Für Anasstassia ist es eher ein " dürfen", denn das Essen zuzubereiten ist ihre Lieblingsbeschäftigung.
Natascha gefällt vor allem die Arbeit mit Pinsel und Farbe, mit denen sie die Eisentore des Johannisfriedhofs neu lackiert. Diese Leidenschaft teilt sie mit Javier Mombiela (20) aus Saragossa in Spanien, der in Gesellschaft von zwei Freunden angereist ist. Bevor er ein Auslandssemester in Deutschland einlegen wird, will er hier erste Erfahrungen sammeln. Was er bisher in Osnabrück erlebt und gesehen hat, begeistert den Spanier Javier Mombiela geradezu.
Über toten Menschen
Lazar Nikolic (17) aus Belgrad ist noch Schüler. Er hat sich bei den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten angemeldet, weil er " Menschen aus aller Welt" kennenlernen wollte. Etwas mulmig ist ihm auf dem Johannisfriedhof schon. Nur langsam gewöhnt er sich daran, dass er " direkt über toten Menschen" arbeiten muss. Ein Gedanke hilft ihm dabei: " Ich stelle mir einfach vor, dass ich hier in einem Garten bin."
Kim Miok (20) aus dem südkoreanischen Ulsan jätet am liebsten Unkraut von den Wegen des Friedhofs und von den Grasflächen. Song Hyun Ji aus Bundang in Südkorea beschneidet besonders gerne die Bäume und Büsche. Beide freuen sich darüber, dass sie nach der Arbeit sehen können, was sie erreicht haben.
Die beiden Südkoreanerinnen fühlen sich rundum wohl in Osnabrück. Nur das deutsche Essen ist ihnen einfach nicht scharf genug. Dass es statt Reis oft Kartoffeln gibt, ist für sie jedoch eine Entdeckung, die ihnen schmeckt. Das teilen sie auf Englisch mit - der zurzeit meistgesprochenen Sprache auf dem Johannisfriedhof. Darin müssen sich nun auch einige Mitarbeiter vom Servicebetrieb und der Denkmalpflege der Stadt üben, denn sie leiten die jungen Leute an.
Fünf Stunden am Tag dauert die Arbeit auf dem Johannisfriedhof. Da bleibt genug Zeit, um Skateboard zu fahren, das Schwimmbad und den Zoo zu besuchen oder sich von einem Nachtwächter die Stadt zeigen zu lassen. Auch das gehört zum Programm der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste in Osnabrück.
Doch spannend ist es auch schon auf dem Johannisfriedhof, wenn das Gebüsch plötzlich ein altes Grab freigibt.

Autor:
jweb


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