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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Bollwerk gegen den Lärm
Zwischenüberschrift:
Für die Steinkamps ist das Leben etwas ruhiger geworden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
rll Wallenhorst. Acht Jahre lang hatten sie den Lärm der Autobahn A1 gratis zu jeder Tag- und Nachtzeit. Jetzt blicken Roswitha und Peter Steinkamp auf eine vier Meter hohe Lärmschutzwand aus Beton. Und? Wie hört sich das an? Paradiesische Stille hat sich nicht eingestellt in ihrem Garten an der Nassen Heide in Wallenhorst. Aber das Ehepaar spricht von einem wohltuenden Unterschied.
Wer bei den Steinkamps auf der Terrasse sitzt, kann die Lastwagen auf der A1 zwar nicht mehr sehen. Aber das Abrollgeräusch der Reifen dringt noch immer mühelos über die Wand. Dazu kommt das Heulen der Maschinen. Unsichtbar zieht es vorbei, aber das Gehör registriert genau, in welcher Richtung der jeweilige Lkw unterwegs ist. Der Lärm ist nicht verschwunden, er ist dezenter geworden.
Für Roswitha Steinkamp ist das kein Grund zur Euphorie, aber mit einer Beobachtung drückt sie aus, dass sich die Lebensqualität verbessert hat: " Wir können das Zwitschern der Vögel wieder hören". Das blieb bis vor Kurzem in der Geräuschkulisse der Autobahn hängen.
Auch Ehemann Peter Steinkamp, der lange Zeit mit der Niedersächsischen Behörde für Straßenbau und Verkehr im Clinch gelegen hat, räumt ein: " Die Mauer bringt was!" Das wirke sich auch auf den nächtlichen Schlaf aus. Aber von Friede, Freude, Eierkuchen will er nichts wissen: " Ich hatte mir etwas mehr davon erhofft!" Die verbliebene Lärmbelastung sei in starkem Maße von der Windrichtung abhängig.
Bei Ostwind werde es sehr laut auf dem Grundstück. Das liege sicher auch daran, dass die Mauer nach Nordosten hin etwas niedriger wird. Und noch etwas dämpft seine Hoffnung auf Ruhe. Wegen der Baustelle gilt auf der A1 zurzeit ein Tempolimit von 80 km/ h. " Was ist, wenn die demnächst 250 fahren dürfen?" fragt Peter Steinkamp düster.
Das Grundstück an der Nassen Heide gilt als Härtefall für die Verkehrsplaner. Auf einer Länge von 80 Metern grenzt es direkt an die A 1, die Autobahn mit dem höchsten Verkehrsaufkommen in der Region. Auch für die Behörde war es eine technische Herausforderung, dem Lärm etwas entgegenzusetzen.
Mit dem Bollwerk gegen den Krach hat sich das Ehepaar allerdings ein zweites, wenn auch kleineres Problem eingehandelt: " Ich hab zuerst an Alcatraz gedacht", sagt Peter Steinkamp. Der Blick auf die vier Meter hohe Wand soll kein Dauerzustand werden. Roswitha Steinkamp favorisiert Efeu und Fichten, um das Betongrau hinter einem grünen Vorhang zu verstecken.

Autor:
rll


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