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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wanderer mit Lampensteuer
Zwischenüberschrift:
Oldtimertreffen am Piesberger Gesellschaftshaus macht ein Stück Automobilgeschichte lebendig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Motorengeknatter und eine kräftige Note Benzin in der Luft: Sinnesempfindungen, die gestern rund um das Piesberger Gesellschaftshaus Epochen der Automobilgeschichte erfahrbar machten, in denen noch niemand an Abgasnormen oder Umweltzonen dachte. Die Oldtimer-Interessengemeinschaft Osnabrück hatte zum Treffen geladen - allein bis zum frühen Nachmittag waren es schon an die 150 Fahrzeuge samt Halter, die der Einladung gefolgt waren, berichtet Harry Schley.
Anders als in den vergangenen Jahren sei aus organisatorischen Gründen dieses Jahr auf eine gemeinsame Tour durch das Osnabrücker Land verzichtet worden, so Schley. Stattdessen sei das Treffen am Piesberger Gesellschaftshaus diesmal als Forum für Besitzer und Bewunderer der Verkehrsveteranen gedacht, in dessen Rahmen Erfahrungen ausgetauscht und gefachsimpelt werden könne.
Woher die Faszination Oldtimer kommt? Klaus Droste, Besitzer eines 1959 gebauten Ferrari 250, sieht ihre Ursachen in der Exklusivität: Ein Oldtimer sei schließlich etwas Besonderes und steche aus der Masse hervor - und sei außerdem immer auch eine gute Wertanlage. Mehrere Oldtimer besitzt Michael Hillmann aus Ibbenbüren, der gestern seinen Hillman zur Schau stellte. Vor drei Jahren habe er ihn in Emsdetten anlässlich einer Benefiz-Veranstaltung gesehen. Die Quasi-Namensvetternschaft sei für ihn ein Wink mit dem Zaunpfahl gewesen, für einen relativ geringen Preis habe er das 1947 in England gebaute Fahrzeug erworben und dann renoviert. Außergewöhnlich an Hillmanns Hillman ist die Linkssteuerung: Nach seinem Bau wurde der Wagen nämlich nach Belgien exportiert und dort umgerüstet.
Mit einem Motorrad der Marke " Wanderer" ist Reinhold Grönemann vor Ort. Erworben hat er es vor elf Jahren. Das Motorrad, 1920 in Schönau bei Chemnitz gefertigt, hatte anschließend bis 1947 im norwegischen Lillehammer eine amtliche Zulassung. Grönemann beschreibt seine Wanderer als Passion. Die bis 1929 gefertigten Motorräder aus dem Hause Wanderer seien zu ihrer Zeit konkurrenzlos gewesen und von einer technischen Klasse, die andere Unternehmen erst rund zwanzig Jahre später hätten erreichen können, berichtet er. Eine Besonderheit an seinem Modell: Da es nach Norwegen verkauft wurde, ist das Vorderlicht abnehmbar. Bis in die 1930er-Jahre habe es nämlich in Norwegen eine Art " Lampensteuer" gegeben, nach der für jede Lampe im Haushalt eine jährliche Abgabe an den Staat gezahlt werden musste. Um Steuern zu sparen, habe man daher die Motorradlampe auch für den häuslichen Gebrauch nutzen können.
Wer wollte, musste sich übrigens nicht nur aufs Fachsimpeln mit Gleichgesinnten beschränken: Im Piesberger Gesellschaftshaus waren Routenpläne der Touren aus den Vorjahren ausgelegt, um die Fahrzeuge trotz allem ihrem ursprünglichen Zweck zuzufügen - trotz Umweltzone in der Stadt. Zugelassene Oldtimer sind als fahrbare Zeugnisse der Vergangenheit nämlich ganz offiziell befreit von etwaigen Emissionsbegrenzungen.

Autor:
poel


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