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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wildwechsel nimmt wieder zu
Zwischenüberschrift:
Revierstreitereien treiben Tiernachwuchs auf die Straßen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Das ist ein wirklich undankbarer Job", sagt Reinhold Rethschulte. Er ist ein von der Stadt Osnabrück bestätigter Jagdaufseher. Kommt es zu einem Wildunfall, ist es seine Aufgabe, die Tiere von ihren Qualen zu erlösen. Gerade jetzt sei mit verstärktem Wildwechsel zu rechnen, warnt der Fachmann die Autofahrer.
So etwa Montagmorgen gegen 8 Uhr. Auf der Rheiner Landstraße hatte stadteinwärts ein Autofahrer einen Rehbock gerammt. " Der Mann soll nur ausgestiegen sein, um den Schaden an seinem Auto zu begutachten. Um das Tier hat er sich nicht gekümmert. Vollkommen unverständlich", schimpft Rethschulte über das Verhalten.
Den Bock hatte es derweil schlimm erwischt: Hüfte zertrümmert, Hinterläufe kaputt. Zeugen alarmierten die Polizei, die wiederum meldete sich bei Rethschulte. Der pensionierte Polizist und aktive Jäger fuhr zum Unfallort und erkannte nach eigener Aussage gleich: " Es führte kein Weg mehr an einer Tötung vorbei."
Zwar sei es möglich, schwer verletztes Wild tierärztlich behandeln zu lassen. Doch sei dies zum einen eine Frage der Kosten. Zum anderen sei nicht gewährleistet, dass eine Auswilderung nach überstandener Behandlung zum Erfolg führe. " Das ist eine Gratwanderung, und oft bleibt eben nichts anderes übrig, als die Tiere zu erlegen."
Viel Überwindung
Diese Entscheidung traf der Jagdaufseher auch am Montag. Und trotz jahrelanger Erfahrung koste es ihn immer noch viel Überwindung, abzudrücken. " Die Fluchtdistanz zum Menschen ist in solchen Momenten bei den Tieren immer noch da", erklärt der Fachmann. Am Montagmorgen etwa habe der Rehbock versucht, vor dem Todesschuss davonzurobben. Rethschulte: " Das nimmt einen ganzschön mit."
Doch in den nächsten Monaten wird er wohl noch häufiger von der Polizei zu Unfallstellen gerufen werden. " Die Brunftzeit hat begonnen. Alte Böcke vertreiben den jungen männlichen Nachwuchs aus ihren Territorien und quasi direkt auf die Straße." Wie der Fall auf der Rheiner Landstraße belege, seien die Autofahrer selbst im Osnabrücker Stadtgebiet nicht vor einem Wildunfall gefeit.
" Es kann jedem passieren. Wichtig ist nur, danach richtig zu reagieren." Und das bedeutet laut Reinhold Rethschulte auch, nach dem verwundeten Tier zu schauen und die Polizei zügig zu alarmieren. " Wer einen Wildunfall nicht meldet und das Tier qualvoll am Wegesrand verenden lässt, begeht einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", warnt der Jagdaufseher vor möglichen strafrechtlichen Konsequenzen.

Autor:
dg


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