User Online: 1 | Timeout: 04:10Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ueber Trockenlegung und Entwässerung der Südwestseite unserer Vaterstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ueber Trockenlegung und Entwässerung der Südwestseite unserer Vaterstadt ist seit langen Jahren schon hin und her gestritten und geschrieben, ohne daß man jedoch zu dem erhofften Ziele gelangen konnte. Gegenwärtig scheint es damit Ernst zu werden, eine gründliche Abhülfe des Uebelstandes erstreben zu wollen. Einsender dieses kann in inniger Ueberzeugung der Sachlage die desfalls stattgefundenen Verhandlungen der beiden städtischen Kollegien nur mit Freude begrüßen, in der Hoffnung, daß das alte Sprichwort " was lange währt, wird endlich gut", auch hier zur Wahrheit werden möge.
Schon aus dem Jahre 1769 liegt uns ein Aktenstück vor, welches diesen Gegenstand bespricht (vergl. Westphälische Beiträge zu den Osnabrückschen Anzeigen, 1779 im 5., 6. und 7. Stück), wo ein Biedermann, der der Stadt nicht gehörte, der Oberstlieutenant von dem Bussche-Offelten, der 1794 bei nimwegen gegen die Franzosen fiel, die Nothwendigkeit, erkannte, den Sumpf der Wüste durch Entwässerung trocken zu legen und zu diesem Ende einen großen Kanal projektierte, der zugleich als Grenzgraben gegen die Neustadt dienen, und das Wasser ableiten sollte.
Die Martinianer Laischaft erkannte den Vortheil, und war schon 1771 bereit, darauf einzugehen. Dennoch dauerte es bis 1781, ehe die Hand ans Werk gelegt wurde.
Der Oberstlieutenant v. d. Bussche hatte zur Erreichung des von ihm angestrebten Zieles die Wüste gemessen, nivellieret und darüber eine Karte angefertigt, die er am 31. August 1769 mit einem Promemoria an den Magistrat einreichte, in welchem er sich wie folgt ausspricht.
" Der sechsjährige Aufendhalt hieselbst hat mich allezeit die Wüste mit Mitleid betrachten gemacht, als ein Flur, die in mehr als 700 Morgen (den Morgen zu 120 ¤ Ruthen gerechnet) besteht, und den Bewohnern der Stadt Osnabrück fast untauglich und unbrauchbar da liegt. Mein Herr der König, der von seinen Officieren wünscht, daß wo er sie in Garnison legt, sie dem Orte und Lande nach möglichkeit nützlich sehn mögen, hat mich angereitzet, beigebogenen Plan von der Wüste zu verfertigen: um wo es rhunlich, der guten Stadt Osnabrück eine Anleitung zu geben, wie oberwähhnte Flur dem Bürger nutzbarer werden könnte. Gleiche Gegenden gibt es in den Hochstift Osnabrück verschiedene. Der vorzügliche Ort muß den mindern Orten mit guten Erempeln vorleuchten, und ich bin überzeugt: daß, wenn die Stadt nach meiner unten angeführten Anweisung die in hiesigem Lande nützkiche Nachahmer finden werde, u. f. w. Den niedern Theil der Wüste habe ich nivellirt, und wird der Fall aus den Horizontal-Linten, so auf der Charte bemerlt stehen, zu ersehen sehn. Der Fall ist hinreichend: wenn die Stadtgräben, die über 5 Fuß 9 Zoll Sumfp halten gehörig ausgebracht werden. Diese Ausbringung der Grabens ist um so nöthiger, weil das Hasewasser bey der Petersburg in die Stadtgräben tritt, und durch die Bogens beym Johannisthore der Wüste zu eilt. Der gegenwärtige Abfluß, so wohl bey den Bären bei Müselers Lusthause ( jetzt Düttig) als vielmehr die Oeffnung unter dem Natrupperthore ist nicht hinreichend, das viele Wasser, so bey hoher auf obbeschriebene Art sich dieses Wasser nicht genugsamen Abfluß hat, so sammelt sich solches natürlicher Weise in dem untern Theile der Wüste und wird in kurzen die Neustadt erfahren, daß so wohl ihre schöne Fluhr zwischen der Wellen (Flackendorfer) und Sandbache quellicht wird, als auch die Gärten der Neustadt, os in und außer dem Walle liegen, durch eine stette Feuchtigkeit in kaltgründigen und unfruchtbaren Zustand gesetzt werden. Die Hauptsache der Verbesserung der Wüste besteht also in Ausbringung der Gräben, so wohl um der Neustadt als vom Hegerthore bis an die Hase. Hier würde die Frage aufzuwerfen sein, wo man den Moder ließe? -- Der Ahrensgraben und die breiten Gräben um die Hornwerke vor dem Heger- und Natrupperthore, die überhin keinen Abfluß mehr haben, sind hinreichend, den auszubringenden Moder mit Rutzen dahin bringen zu lassen und durch den Moder aus dem Neustädter Graben, würden die dasigen Gärten mit vielen Vortheil zu erhöhen seyn. Vor dem Johannisthore sind die Kanäle nicht von der Beschaffenheit, daß sie dem hochsteigenden Wasser der Hase Abfluß geben können. Daher müßten solche meines Erachtens völlig verstopft und statt dessen ein Schütz angebracht werden, wodurch man frisch Wasser in die Neustädter Graben leiten könnte u. s. w."
(Fortsetzung folgt)
Autor:
Für die Redaction verantworlich R. Meyer


Anfang der Liste Ende der Liste