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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hitze macht roten Früchten zu schaffen
Zwischenüberschrift:
Erdbeerbauern müssen in dieser Saison bei der Bewässerung nachhelfen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
DISSEN/ WALLENHORST. Schön groß, angenehm süß und saftig wollen die Kunden sie haben. Doch nicht jeder Erdbeerbauer kann seine Früchte in diesem Jahr so präsentieren. Die Hitzewelle machte den roten Beeren in den zurückliegenden Wochen stark zu schaffen. Die hohen Temperaturen tragen jedoch nur einen Teil der Schuld. Gravierender ist der ausbleibende Niederschlag.
Von Stefanie Hiekmann - " Wir sind Tag und Nacht gefordert, unsere Flächen nass zu bekommen", sagt Fritz Borgmeyer vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb in Dissen. Ohne zusätzliche Bewässerungsmöglichkeiten sei es in diesem Jahr gar nicht möglich, die Qualität der Erdbeeren zu halten.
Dem schließt sich Erdbeerbauer Sven Böckmann vom gleichnamigen Betrieb in Melle-Neuenkirchen an: " Unsere Tropfschlauchbewässerung läuft pro Tag momentan zwei bis drei Stunden auf den Feldern", sagt der Erdbeer-Experte. Wer in diesem Jahr keine zusätzlichen Bewässerungsmöglichkeiten zur Verfügung habe, müsse mit einer " sehr schlechten Ernte" rechnen.
Kein Wunder: Denn Erdbeerfrüchte bestehen zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Ist dieses nicht in ausreichender Menge vorhanden, bleiben die Früchte klein und vertrocknen teilweise schon am Strauch.
In der Region Osnabrück haben die Erdbeerbauern ihr Bewässerungsproblem jedoch weitestgehend gut im Griff: Die Früchte sind wohl gewachsen, haben eine anständige Größe und schmecken schön süß - so, wie es sich die Kunden wünschen.
Einziger Haken: Die künstliche Bewässerung verursacht erhebliche Mehrkosten.
Ob der Erdbeerbauer sie an den Kunden weitergibt, muss er selbst entscheiden. Stephan Schmidt vom Erdbeerbaubetrieb Theo Schmidt in Ankum hat sich dagegen entschieden: " Der Markt ist zu sehr unter Druck, da muss ich die Kosten erst mal selbst tragen." Mit einem Dutzend Ständen ist Schmidt in der Osnabrücker Umgebung vertreten. Das Pfund verkauft er für 1, 50 Euro. Damit liegt er rund 70 Cent unter dem Preis, den seine Konkurrenz mehrheitlich verlangt. Die meisten nehmen um 2, 20 Euro für das Pfund gepflückte Früchte.
Abgesehen vom Preis, dürften jedoch die wenigsten Verbraucher etwas vom Trockenheitsproblem mitbekommen haben: Da die Bewässerung von den Erdbeerbauern geregelt wird, bleibt nur noch die Wärme, die in dieser Saison in besonderem Maße auf die Früchte wirkt. " Und das ist für die Qualität gar nicht so schlecht", bemerkt Sven Böckmann. Denn durch die hohen Temperaturen entwickelten die Früchte ein gutes Aroma, das dem Verbraucher natürlich positiv zugutekommt.
Immerhin musste er dieses Jahr auch schon zwei Wochen länger als sonst auf seine Lieblingsfrüchte warten: Durch das kalte Frühjahr konnten die ersten Früchte erst Mitte Mai geerntet werden. " In anderen Jahren ernten wir die Folienerdbeeren durchaus schon in der ersten Maiwoche", sagt Sven Böckmann.
Folien- oder Tunnelerdbeeren sind die ersten Früchte der Saison. Sind sie abgeerntet, beginnt die Frei landernte. Einige Erdbeerbauern pflanzen zudem noch Terminkulturen, die in der restlichen Sommerzeit bis in den August hinein für frische Früchte sorgen.
Heiner Hawighorst vom Hof Hawighorst in Wallenhorst-Hollage hatte bislang ausschließlich ein Feld mit Freilanderdbeeren. Doch im nächsten Jahr wird auch er mit der sogenannten Tunnel- oder Folienbepflanzung beginnen: " Die Nachfrage beim Verbraucher wird immer früher", sagt der Landwirt. Die Menschen hätten sich an das frühe Angebot gewöhnt. " Da müssen wir jetzt auch nachziehen", sagt er.
Über mangelnde Nachfrage kann sich keiner der Erdbeerbauern beklagen. Hier und da merke man, dass es in den Portemonnaies der Leute schmaler aussehe, sagt Heiner Hawighorst.
Doch gleichzeitig zeige sich, dass die Erdbeere einen gewissen Seltenheitswert habe: " Die Leute freuen sich das ganze Jahr darauf", sagt Hawighorst. Da seien viele auch bereit, einen gewissen Preis zu zahlen.



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