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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Kinderstadt schreibt schwarze Zahlen
Zwischenüberschrift:
134 Mädchen und Jungen waren fünf Tage Bürger einer Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Es war toll." Mit diesen Worten bilanzierte der Oberbürgermeister der Kinderstadt, der elfjährige Stefan Bruns, die fünf Tage, in denen er das demokratisch gewählte Oberhaupt von 134 kleinen Bürgern war. Die Bilanz der Kinderstadt färbte sich mittlerweile positiv, weil sie zum ersten Mal schwarze Zahlen schrieb.
Am Donnerstag in der vergangenen Woche erlebte Stefan seinen großen Auftritt. Da traf er als Anführer einer Delegation aus der Kinderstadt Boris Pistorius, seinen Amtskollegen aus der Friedensstadt. " Der ist okay", sagte Stefan über ihn. Pistorius habe zu ihm gesagt, dass er später wahrscheinlich auch mal als Politiker tätig sein werde, wenn er jetzt schon kandidiert habe.
Wie in einer echten Stadt gab es in der Kinderstadt viele öffentliche Einrichtungen und private Betriebe, die von den Kindern geführt wurden. Im Arbeitsamt fanden sie Arbeit, die Zeitung produzierte Nachrichten, die Müllabfuhr machte sauber und bei der Bank gab es Geld, die Osna-Taler.
134 Mädchen und Jungen waren in diesem Jahr die Bürger der Kinderstadt. Jeden Tag gab es eine Bürgerversammlung, an der alle Kinder teilnahmen. Einige von ihnen bildeten den Stadtrat, alle wählten den Oberbürgermeister.
Die wichtigste Entscheidung, die Stefan zu fällen hatte, war eine Abgabe, die von den Kindern BHB genannt wurde, was " Betriebe helfen Betrieben" bedeutet. Die Idee dazu hatte der zwölfjährige Florian Herzog, der in den vergangenen beiden Jahren zum Oberbürgermeister der Kinderstadt gewählt wurde und in diesem Jahr im Stadtrat saß. In 2009 hat er als OB miterlebt, wie die Finanzen der Kinderstadt immer spärlicher wurden. Also führte er eine Kopfsteuer ein. Das hätte fast zu einer Revolution geführt.
Die BHB-Idee hatte Florian abends im Bett. Alle Betriebe sollten nach Auszahlung der Löhne die Hälfte der Einnahmen in einen Fonds einzahlen, der im Rathaus verwaltet wurde. Damit wurden die öffentlichen Einrichtungen wie Post oder Müllabfuhr unterstützt oder Betriebe, denen es nicht so gut ging. So wurde gewährleistet, dass jedes Kind, das einer Arbeit nachging, den gleichen Lohn erhielt.
Zunächst gab es nach Einführung der Abgabe Ärger, erzählt Florian. Die Betriebsleiter machten den Oberbürgermeister dafür verantwortlich, dass sie die Preise erhöhen mussten. " Die haben mich sogar ausgebuht", sagt Stefan empört. " Nachdem wir ihnen erklärt hatten, dass sie die Abgabe erst nach der Auszahlung der Löhne zahlen mussten, haben die Bürger es aber akzeptiert", sagt Florian gelassen.
Der einzige Betrieb, der keine Abgaben zahlen musste, war die Chill-out-Lounge, die zehn Mädchen als junge Unternehmerinnen mit eigenem Kapital errichtet hatten. " Die Kinderstadt hat in diesem Jahr zum ersten Mal schwarze Zahlen geschrieben", sagte Rosa Jünemann, die das Planspiel Kinderstadt zusammen mit Karin Wank entwickelt und geleitet hat. Sie machten dafür die BHB-Abgabe verantwortlich. Sonst endete die Kinderstadt immer mit Schulden der öffentlichen Hand.
Zwei Drittel der Kinder, die in die Kinderstadt eingezogen sind, waren zum ersten Mal dort. Die Alteingesessenen haben die " Neuen" aber an die Hand genommen. " Es waren fitte Kinder, die alle gut in die Prozesse gekommen sind", sagte Karin Wank.
Autor:
tw


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