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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
In der Kinderstadt nervt keiner
Zwischenüberschrift:
130 Mädchen und Jungen organisieren selbstständig eine Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Ich bin der Erste, den die Besucher sehen, wenn sie in die Kinderstadt kommen", sagt der zwölfjährige Lennard. Er arbeitet seit gestern in der Tourismus-Information der Kinderstadt, die bis zum Samstag zum dritten Mal nach 2008 und 2009 ihre Pforten im Haus der Jugend geöffnet hat. Heute findet dort wie im Bundestag eine wichtige Wahl statt.
In der Kinderstadt gibt es fast alles, was es in einer richtigen Stadt auch gibt: Rathaus, Post, Bank, Müllabfuhr, Zeitung oder Fitness-Studio. Die 130 Mädchen und Jungen gehen zum Arbeitsamt und suchen sich Jobs. Diese können aber im halbtäglichen Rhythmus gewechselt werden. Die Kinder müssen arbeiten gehen, um Geld zu verdienen: die Osna-Taler. " Sie haben jedes Jahr eine andere Farbe, damit nicht betrogen werden kann", sagt Lennard lachend.
Für diejenigen, die es mit den Regeln nicht so genau nehmen, gibt es das KOS-Team. " Wir sorgen für Ordnung in der Kinderstadt", sagen Yannick und Jan, die beide zehn Jahre alt sind. Die Ordnungshüter sind an ihren orangefarbenen Mützen zu erkennen. Wer Müll auf den Boden schmeißt, muss fünf Osna-Taler zahlen. Den Teller nach dem Essen stehen lassen kostet acht Osna-Taler, und bei Ärgern werden drei Osna-Taler fällig. " Die meisten Bewohner der Kinderstadt sind aber brav", meinen Yannick und Jan.
Heute findet in der Kinderstadt die Wahl zum Oberbürgermeister statt. Lennard überlegt noch, ob er kandidieren soll. Er wägt ab: Ein Vorteil wäre, höhere Löhne zu zahlen; als Nachteile zählt er auf, dass er immer im Büro sitzen und Entscheidungen fällen müsste, die nicht jedem schmecken könnten. " Manche Kinder finden dann blöd, was man entschieden hat", sagt er.
Der elfjährige Mathis will für den OB-Posten kandidieren. Er war schon zweimal als Stadtrat in der Kinderstadt tätig. " Es soll mehr Lohn für alle geben", benennt Mathis seinen Wahlspruch. Dass es heute im Bundestag eine andere wichtige Wahl gibt, fällt ihm nicht ein. Dafür sagt es ihm der zwölfjährige Florian vor. Er ist ein alter Hase im Polit-Geschäft der Kinderstadt. In den vergangenen zwei Jahren wurde er jeweils zum Oberhaupt gewählt. Jetzt darf er nicht mehr - so sind die Regeln. Dafür soll Florian eine neue Position bekommen, wenn Mathis Oberbürgermeister wird: " Er wird mein Berater", sagt er.
Am Donnerstag empfängt Osnabrücks Oberbürger meister Boris Pistorius eine Delegation der Kinderstadt im Rathaus, die vom kleinen Amtsbruder angeführt wird. Dort nehmen sie stellvertretend für die Kinder des vergangenen Jahres eine Auszeichnung der " Ich kann was!"- Initiative der Deutschen Telekom entgegen, die mit 9000 Euro dotiert ist. Das Geld wurde benutzt, um die Kinderstadt entgegen der ursprünglichen Absicht auch 2010 stattfinden zu lassen. Geld ist bei den Bewohnern der Kinderstadt auch ein Thema. Lennard meint, er habe die Wahl, was er mit seiner " Kohle" mache. Es gibt noch einen anderen Grund, warum er sich wohlfühlt. " Hier nervt keiner", sagt er. Zu Hause sagen ihm seine Eltern manchmal, dass er sein Zimmer aufräumen solle. In der Kinderstadt muss Lennard zwar auch aufräumen: " Aber hier ist man frei."
Autor:
tw


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