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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Flanieren unter Kaiserlinden
Zwischenüberschrift:
Der Schlosswall war ursprünglich als Allee angelegt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wohnhäuser reihen sich am Schlosswall aneinander. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Straße, die zwischen Neuer Graben und Süsterstraße verläuft, als Allee angelegt. Hier traf man sich, um zu flanieren. Auffällig sind auf dem historischen Foto die großzügig angelegten Bürgersteige neben einer recht schmalen Straße. Heute ist das Verhältnis umgekehrt.
Von Marie-Luise Braun - Zu Beginn des 20. Jahrhunderts säumten hauptsächlich im Historismus-Stil errichtete Bürgerhäuser den Straßenrand des Schlosswalls. Verziert waren die dreigeschossigen Gebäude zum Teil mit Türmchen, wie es über den Baumwipfeln zu erkennen ist.
Der Schlosswall war entstanden, als die Stadt zwischen 1872 und 1877 die Wälle auf der Westseite um das heutige Stadtzentrum abtragen ließ. Für die anschließende Nutzung wählten die Planer als Vorbild die Wiener Ringstraße - die sie jedoch nur mit bescheideneren Mitteln ausführen konnten.
So entstand zwischen der Vitischanze im Norden und der Martinspforte im Süden eine verhältnismäßig großzügige Straßenfolge zwischen der Innenstadt und den neuen, westlich gelegenen Stadtteilen.
Die baumgesäumte Promenade ist allerdings unterschiedlich breit, was der damaligen Bebauung geschuldet war. So ist sie am Schlosswall schmaler ausgefallen als an den anderen Wall-Straßen. Südlich der Hermannstraße konnte sie zunächst nicht weitergeführt werden. Dies wurde durch dicht bebaute Straßen der Neustadt verhindert. Hier konnte die Ringstraße erst nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt werden - und war dann primär auf den Autoverkehr ausgerichtet (Johannistorwall, Petersburger Wall).
Die 45 Kaiserlinden, die am rechten Bildrand des neuen Fotos zu sehen sind, wurden im März 1978 angepflanzt. Die etwa neun Meter hohen Bäume standen ursprünglich an der Bundesstraße 68 bei Hankenberge und mussten wegen der Verbreiterung der Straße weichen. Mit Spezialmaschinen wurden sie nach Osnabrück transportiert. Auf dem historischen Bild säumen noch 42 Ahornbäume die Grenze zum Schlossgarten. Sie waren längst gefällt worden.
Hinter den Bäumen am rechten Bildrand befindet sich das Schloss mit seiner Gartenanlage. Baubeginn war 1667. Wie das fürstbischöfliche Schloss hat auch kaum ein anderes Gebäude dieses Viertels den Zweiten Weltkrieg unzerstört überstanden.
So wurden die drei in Gelbtönen getünchten Gebäude auf der linken Seite des aktuellen Fotos 1952 errichtet. Im September 2005 ließ die Eigentümerin, die Wohnungsbau Genossenschaft Osnabrück, sie wärmetechnisch sanieren. Dank staatlicher Förderprogramme wurden die Heizungsanlagen zusammengelegt, sodass die Leistung der Kessel um ein Drittel reduziert ist. Für warmes Brauchwasser sorgt eine Solaranlage auf dem Dach, die Fenster zum Schlosswall haben einen besseren Dämmwert. Und auch das Dach wurde erneuert.
Autor:
Marie-Luise Braun


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