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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Fußballparty geht weiter
Zwischenüberschrift:
Goldener Sonntag für die Fan-Familie - 2500 Menschen feiern auf dem Neumarkt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ein goldener Sonntag für die Fußball-Familie: König Fußball bestimmte auch am traditionellen Familien-Tag, dem Sonntag, das Geschehen. Während klassische Ausflugsziele wie der Zoo, das Moskaubad oder die Innenstadt zum Teil wie leer gefegt waren, platzte der Neumarkt nach Spielschluss aus den Nähten.
Das Radio war gestern eines der wichtigsten Utensilien von Stefan Natermeyer. Er arbeitet im Moskaubad als studentische Aushilfskraft. Im Schwimmmeisterturm ist das Radio sein Tor zur Fußball-WM. " Ich wäre lieber beim Public Viewing", gibt er unumwunden zu.
Vier deutsche und ein englisches Tor konnten Natermeyer und ein Kollege, der ihn abgelöst hat, über das Mikrofon durchsagen. Die überwiegend weibliche Kundschaft im Moskaubad interessiert das jedoch wenig. Rebecca Scheele freute sich aber über die Tore von Klose, Podolski und Müller. Sie hätte gern das Spiel gesehen, entschied sich aber angesichts des guten Wetters zugunsten ihres Freundes Brian Hampen. Der interessiert sich nicht für Fußball und wollte lieber baden gehen.
" Der Zoo ist tot, wenn Deutschland spielt", sagte Tierpflegerin Petra Kunze, die mit ihrer Kollegin Stefanie Batz das Spiel am Radio verfolgte. Auch Giraffe Edgar lauschte. Im Zoo war es fast menschenleer. In der Gaststätte war eine Leinwand aufgebaut, vor der Andrea Albrecht mit ihrem neunjährigen Sohn Jakob stand. Mit ihrer Familie und einer Freundin kam die Oldenburgerin in den Tierpark. " Ich hatte gehofft, das hier ein Fernseher steht", sagte sie, während der Rest der Familie draußen aß. Bis zum Ende verfolgte sie das Spiel aber nicht. " Dann sind die anderen sauer", meinte sie.
Die Fußgängerzone Osnabrücks glich gestern Nachmittag einer Geisterstadt. Aus den Häusern und Cafés schallte hier und da das Geräusch der Vuvuzelas oder die Stimme des ARD-Kommentators. Vor dem Eis-Café Fontanella in der Krahnstraße gab es endlich mal keine Schlange vor der Ausgabe. Inhaber Fabiano Fontanella und seine Angestellten schauten drinnen Fußball. So leer hat er sein Geschäft lange nicht mehr gesehen.
Der Weg zum Neumarkt war kurz vor Spielende ebenfalls menschenleer und still. Nadine Wustrack und ihre Schwester Anne-Marie schoben ihre mit Deutschland-Fahnen geschmückten Kinderwagen durch die Fußgängerzone. Darin lagen zwei kleine Babys und ein Laptop. Damit haben sie sich per Live-Ticker über die Spielstände auf dem Laufenden gehalten. Ihre Kinder Lena-Barbara und Tino-Franck hat die Fußballbegeisterung kaltgelassen. Sie schliefen.
Schon wenige Minuten nach dem Abpfiff war es vorbei mit der Stille. Auf dem Neumarkt begann die Party. Die Fans sangen, jemand hatte sein Auto vor einen Bus steig geparkt und hupte unentwegt. Von überall her strömten Menschen auf die Fußball-Partymeile. Insgesamt kamen rund 2500 Fans. Auch Markus Gorniak war mit seinen Söhnen Jesse (6) und Linus (1) da. Er wollte in der Kneipe bottled das Spiel schauen. Aber Linus hatte etwas dagegen. Der Spielplatz mit der Hanse-Kogge interessierte ihn mehr als Klose & Co. Gorniaks Lebensgefährtin war mit einer Freundin beim Public Viewing im Alando. Sie hatte kinderfreien Tag. Linus ist der Krach am Neumarkt nicht geheuer. Er weinte, also ging Papa mit den Jungs nach Hause.
In Osnabrück herrschte nach dem Spiel Ausnahmezustand: Entweder feierten die Menschen auf dem Neumarkt, oder sie fuhren hupend über den Wall.
Bildergalerie im Internet: www.neue-oz.de »
Michael Hehmann (Fotos)
Autor:
Thomas Wübker


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