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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwei Osnabrücker Stimmen im P.E.N.-Club
Zwischenüberschrift:
Die Autorin Jutta Sauer und der Germanist Christoph König sind neue Mitglieder der internationalen Schriftstellervereinigung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück hat wieder Mitglieder in der internationalen Schriftstellervereinigung des P.E.N.: Jutta Sauer, freie Autorin und bis zu ihrem Ruhestand 2009 Leiterin des Literaturbüros Westniedersachsen, sowie Christoph König, Professor für Neuere und neueste deutsche Literatur an der Universität Osnabrück. Beide sind - wie gestern bekannt wurde - bei der Jahrestagung des deutschen P.E.N.-Zentrums, die Ende Mai erstmals in Osnabrück stattfand, dazu gewählt worden. Mitglied im P.E.N.-Club kann man nur auf Vorschlag werden.
Sauer und König sind die einzigen neuen Mitglieder aus Niedersachsen, die in diesem Jahr dazugewählt wurden. Damit ist das Bundesland aktuell mit 28 Autoren in der Vereinigung vertreten, die bundesweit etwa 700 Mitglieder hat. Der 1921 gegründete Schriftstellerverband, der zu den bekanntesten internationalen Autorenverbänden zählt, versteht sich heute als Stimme verfolgter Autoren.
P.E.N.-Mitglied kann nur werden, wer aufgrund besonderer schriftstellerischer Leistungen und für " andere bedeutende Verdienste um die Literatur" auf Vorschlag von zwei Bürgen aus dem P.E.N. hinzugewählt wird. " Die Aufnahme ist eine große Ehre für mich. Und natürlich auch eine Herausforderung für den weiteren Weg, den ich von Anfang an gehen wollte. Dazu gehört für mich professionelles literarisches Arbeiten, aber auch der Einsatz für das freie Wort und die Förderung von Literatur in der Gesellschaft", sagte Jutta Sauer. " Ich nehme diese Wahl gerne an", teilte auch der Osnabrücker Literaturwissenschaftler mit, " da der P.E.N sein ethisches und intellektuelles Engagement an den literarischen Ausdruck bindet. Er schützt die Freiheit des Wortes und die Literatur. Ich freue mich darüber, als Forscher, Kritiker und Lehrender an diesem Ziel mitwirken zu können."
Sauer hat Lyrik, Prosa, Satire und Essays veröffentlicht. Darunter " Abgeschminkt" (Gedichte, 1982), " Etwas zwischen Männern und Frauen. Die Sehnsucht der Marieluise Fleißer (1991) und zuletzt die Erzählung " Leveste" in dem Band " Peine, Paris, Pattensen" (2006). 2000 bis 2004 war sie Vorsitzende des Literaturrats in Niedersachsen. Vor 19 Jahren hat sie das erste Literaturbüro in Niedersachsen aufgebaut.
König hat seit Oktober 2005 die Professur für Neuere und neueste deutsche Literatur an der Universität Osnabrück inne. Seine Schwerpunkte in der Lehre und Forschung sind die neuere deutsche Literatur vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Wissenschaftsgeschichte, Ästhetik und Literaturtheorie sowie Archivlehre. 2003 gab er das " Internationale Germanistenlexikon 1800-1950" heraus, zuletzt erschienen die Studie " Hofmannsthal" (2001/ 2006) und die philologische Streitschrift " Häme als literarisches Verfahren" (2008). König publiziert regelmäßig im Feuilleton der " Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Essays und Kritiken.
Zunächst will Jutta Sauer die nächste Jahrestagung der Schriftstellervereinigung 2011 in Ingolstadt dazu nutzen, sich im P.E.N. " zu integrieren. Ich lasse die Zukunft gern auf mich zukommen. Die Aufgaben im P.E.N. ergeben sich durch die Charta, die Satzung und nationale oder internationale Brennpunkte. Ich werde bald Gelegenheit haben, meine Stimme in wichtige Diskussionen mit einzubringen und über Anträge und Resolutionen schon anlässlich der nächsten Jahrestagung mit abzustimmen", sagt Sauer, die sich jetzt verstärkt ihrer Arbeit als Autorin widmen will.
Sauer war bis zu ihrem Ruhestand auch die Geschäftsführerin des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises, den die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre vergibt. Sie gehört heute noch der Jury an. Der in Osnabrück geborene Schriftsteller Remarque (" Im Westen nichts Neues") hatte 1935 am Kongress des Exil-P.E.N. in Paris teilgenommen.

Kommentar: Willkommen im Club
Von Elke Schröder - Willkommen im Club von Günter Grass, Siegfried Lenz, Martin Walser & Co.: Erstmals im deutschen Nachkriegs-P.E.N. gehören nun zwei in Osnabrück tätige Literaturexperten zur renommierten Schriftstellervereinigung. Mit Jutta Sauer nimmt der P.E.N. nicht nur eine Autorin, sondern eine engagierte Literaturvermittlerin auf: Vor 19 Jahren hat sie das erste Literaturbüro in Niedersachsen aufgebaut. Das Niveau der Einrichtung profitierte von ihren Kontakten zur Literaturszene und zu P.E.N.-Autoren. Dass der P.E.N. vor wenigen Wochen in Osnabrück tagte, war vor allem ihr Verdienst.
Christoph König bringt sich als Forscher ein, der nicht nur das Buch im Blick hat, sondern als Wissenschaftshistoriker auch um die Geschichtlichkeit des literarischen Urteilens weiß.
Mit der Aufnahme erfährt die Arbeit der beiden eine internationale Würdigung. Gleichzeitig hat der P.E.N. nachträglich ein schönes Gastgeschenk für die Tagung in Osnabrück überreicht.
Autor:
es


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