User Online: 1 | Timeout: 23:33Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Notabitur vor 70 Jahren
Zwischenüberschrift:
Rückblick auf den Abschluss an der damaligen Oberschule für Mädchen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 70 Jahre Abitur feierten mit einem Klassentreffen die Absolventinnen der ehemaligen Mädchen-Oberschule am Wall. Zehn der damals 30 Mitschülerinnen haben sich im Parkhotel eingefunden, um gemeinsam zu Mittag zu essen.
Die Oberschule am Wall existiert heute nicht mehr. In der Vorkriegszeit befand sie sich am Heger-Tor-Wall. Einige Jahrzehnte später zog die Schule um und ist nun das heutige Gymnasium " In der Wüste".
Die Damen, deren Abitur 1940 in die Zeit des Zweiten Weltkriegs fiel, haben viele lebhafte Erinnerungen an ihre Schulzeit, gute, aber auch schlechte: " Unsere gesamte Jugend wurde geprägt durch den Nationalsozialismus und wachsende Unsicherheit und Angst wegen des Krieges", sagte Gertrud Badenhop. " Neben der Schule mussten wir zu den Jungmädeln, dem Bund Deutscher Mädchen und der Gruppe ? Glaube und Schönheit? gehen. Durch den Kriegsbeginn wurden die jungen Lehrer eingezogen und durch älteres Kollegium ersetzt."
Der Unterrichtsstoff wurde bestimmt durch nationalsozialistisches Gedankengut: Die Abiturarbeit in Biologie hatte die Nürnberger Rassengesetze zum Thema; in Deutsch mussten die Abiturientinnen ein Essay über ein Zitat aus Faust verfassen. " Natürlich war das eigentliche Thema der Arbeit Hitler", sagten die Damen. " Das verstand sich in der damaligen Zeit von selbst."
Traurig stimmte es sie auch, dass aufgrund des Krieges ihre Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre verkürzt war. " Unsere Bildung hat sehr darunter gelitten", erzählte Getrud Badenhop. " Im Englischunterricht mussten wir Shakespeares Hamlet auf Deutsch lesen, weil unsere Sprachkenntnisse für die Lektüre im Originaltext nicht ausgereicht haben."
Doch bei lebhaften Erzählungen über Tanzvergnügen, Kostümfeste, Reitstunden und Tennisspiele leuchteten die Augen der Damen fröhlich auf. " Wir haben damals auch viel geturnt und gesungen. Das hat uns allen sehr viel Spaß gemacht", so Gertrud Badenhop.
Auch das gemeinsame Treffen 70 Jahre nach dem Abitur war ein großer Grund zur Freude: " Wir gehen alle stramm auf die 90 zu", sagte Organisatorin Renate Schwartze. " Wir wollen hoffen, dass dies nicht unser letztes Klassentreffen gewesen ist."
Autor:
fek


Anfang der Liste Ende der Liste