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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Interkulturelle Gleichgültigkeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Ein starkes Team tut sich zusammen, um Gutes zu tun: der erfolgreiche Zoo Osnabrück und das Nifbe, das sich für frühkindliche Bildung und Entwicklung engagiert. Durch Forschungsarbeiten hat man Kontakte nach Kamerun. Dort, beim Volk der Nso, gibt es dringenden Bedarf an medizinischer Versorgung. Die Idee: Geld für den Bau eines Krankenhauses organisieren.
Der Zoo sagt seine Unterstützung zu. Über einen freiwilligen Ticketaufpreis können Besucher für das Projekt spenden. Eigentlich eine Super-Sache. Doch leider scheint bei allem guten Willen der distanzierte, selbstkritische Blick verloren gegangen zu sein. Über Leben und Kultur des Nso-Volkes soll es eine Ausstellung geben. Die Forschungsergebnisse der Nifbe-Entwicklungspsychologen über frühkindliche Entwicklung werden präsentiert. Ausstellungsort ist das neue Schimpansenhaus! Die Ausstellungsidee kann nicht von ihrem Ort losgelöst gesehen werden, und so denken viele dabei an die Völkerschauen von vor über hundert Jahren, als man unter anderem in Hagenbecks Tierpark Menschen aus den Kolonien präsentierte.
Diese Schauen zeigten vor allem eines: Fremdes, Andersartiges, Exotisches und sorgten so dafür, dass sich die Klischees über andere Kulturen festigten und rassistische Einstellungen verstärkten. Nun ist das mit Sicherheit weder beabsichtigt noch wird der Inhalt der Ausstellung menschenverachtend sein. Warum aber stellt man Infos über Menschen aus der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun, über schwarzafrikanische Kleinkinder ins Affenhaus? Gibt es keine anderen Räume?
So viel an Geschichtsvergessenheit und interkultureller Gleichgültigkeit mitten in der Friedensstadt - man kann es nicht glauben. [?] Die Verantwortlichen sollten ihrem Anliegen nicht schaden. Noch ist Zeit, den Ort zu überdenken. Der Zoo ist dabei noch aus einem anderen Grund besonders gefordert. Er nutzt die Tiere Afrikas, aber auch das exotisch spektakuläre Bild, das wir von Land und Leuten haben, für sein Marketing. Das Bild Afrikas in unseren Köpfen wandelt sich, gerade in diesen Tagen - auch dank der WM und den großartigen Afrika-Wochen in Osnabrück. Der Zoo hat hier eine besondere Verantwortung."
Volker Bajus
Osnabrück
Autor:
Volker Bajus


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