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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Steine für die Reise nach Riga
Zwischenüberschrift:
Berufsschüler erinnern an jüdische NS-Opfer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Anna-Christine Krull brachte ein Tigerauge mit - einen Stein, den sie sich vor zwei Jahren gekauft hatte und der ihr ständiger Begleiter war. Sie drückte ihn Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler in die Hand, damit sie diesen kleinen Schatz mit nach Riga nimmt und ihn an der Gedenkstätte für die dort ermordeten Juden ablegt. Mit auf die Reise gehen noch viele weitere Steine für die Opfer des Nationalsozialismus; allesamt von Schülern der Berufsschule am Pottgraben.
Bevor sie die Steine in den Friedenssaal des Rathauses brachten, hatten die 24 angehenden Automobilkaufleute aus dem ersten Ausbildungsjahr einen Gang durch die Stadt unternommen - zum Gedenken an ermordete Juden. Sie trugen eine Tafel als symbolischen Grabstein, setzten ihn an denkwürdigen Orten ab, legten nach jüdischem Brauch Steine darauf, sammelten sie wieder ein gingen weiter zur nächsten Station.
Die erste war gleich am Eingang ihrer Berufsschule am Pottgraben. Dort befand sich einst eine Turnhalle, in die Juden gebracht wurden, um dann ins Konzentrationslager verschleppt zu werden. Am Schloss machten sie halt vor einem weiteren Ort des Schreckens, dem Keller der Gestapo des NS-Regimes. Weitere Stationen waren das Mahnmal an der Alten Synagogenstraße, wo Nationalsozialsten das jüdische Gotteshaus zerstörten, das Felix-Nussbaum-Museum, die Gedenktafel am Markt und schließlich der Friedenssaal. An jeder Etappe sprachen Schüler die Namen ermordeter Osnabrücker Juden aus - insgesamt 161.
Jürgen Meiners, Lehrer am Pottgraben, und seine Schüler hatten den Gedenkgang im Religionsunterricht geplant und auf den symbolischen Grabstein eine jüdische Weisheit geschrieben: " Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Lösung heißt Erinnerung".
Und alle fanden zu Hause einen Stein, den Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler im Juli mit nach Riga nehmen wird: " Das wird eine sehr bewegende Aufgabe für mich sein."
Anlass ist die zehnjährige Geschichte der Gedenkstätte, in deren Komitee auch Osnabrück vertreten ist. Zum Schluss drückte auch Oberstudiendirektor Ralf Korswird der Bürgermeisterin einen Stein in die Hand - genau genommen einen Splitter aus dem Mahnmal an der ehemaligen Synagoge.
Autor:
jweb


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