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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wurstpelle rettet maroden Abwasserkanal
Zwischenüberschrift:
Heger-Tor-Wall: Stadtwerke sanieren 98 Jahre altes Bauwerk mit neuer Kunstharzauskleidung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Er ist 98 Jahre alt und nicht mehr ganz dicht: Der Schmutzwasserkanal unter dem Heger-Tor-Wall wird mit einer überdimensionalen Wurstpelle für die nächsten 50 Jahre hergerichtet. Ein kunstharzgetränkter Filzschlauch dichtet das gemauerte Bauwerk ab.
Eine offene Baustelle wäre sehr viel teurer, sagen die Stadtwerke, und sie würde den Verkehr am Wall für einige Monate lahmlegen. Mit dem sogenannten Inliner-Verfahren bleibt den Autofahrern der Ärger erspart. Fast ohne Beeinträchtigung für den Verkehr bekommt der Kanal eine neue Innenauskleidung aus Kunststoff.
Am Montagabend ließen die Spezialisten der Firma Insituform aus dem thüringischen Geschwender die Wurstpelle vom Stapel. Mit Eis gekühlt, wurde der 190 Meter lange Schlauch auf einem 40-Tonner-Lkw nach Osnabrück gebracht. Vor dem Regierungsgebäude steht eine fünf Meter hohe Rampe mit einer Art Trichter, durch den die Filzröhre ins Kanalrohr glitt. Und zwar bergauf in Richtung Martinistraße.
Beim Vortrieb setzt die Thüringer Firma auf Wasserdruck. Der Schlauch wird durch die von oben drückende Wassersäule in die Kanalisation getrieben. Dabei krempelt er sich um wie eine Socke und legt sich von innen gegen die gemauerte Wand. Eine Herausforderung für die Inliner-Spezialisten war die besondere Form des Schmutzwasserkanals. Sein Querschnitt ist eiförmig, mit einer maximalen Breite von 60 cm und einer Höhe von 90 cm. Der Schlauch wurde vorab passend genäht, und die Nähte sollen exakt am Scheitel liegen.
Anja Kiefert, die Bauleiterin von Insituform, ist überzeugt, dass sich die neue Innenhaut glatt über das alte Mauerwerk legen wird. Beim Inliner-Verfahren, so sagt sie, komme es auf die präzise Vorarbeit an. Das Schmutzwasser wird durch eine separate Leitung umgepumpt. Kameras haben den in fünf Meter Tiefe liegenden Kanal genau ausgekundschaftet. Störende Ablagerungen wurden von einem Roboter abgefräst.
Fertigstellung Mitte Juli
Um den Kunstharz aushärten zu lassen, pumpen die Spezialisten 56 Grad warmes Wasser in den Schlauch. Heute Vormittag soll er fest sein. Dann kann Teil 2 der Operation beginnen: Ein 250 Meter langes Schlauchstück soll vom Regierungsgebäude bis zur Lotter Straße verlegt werden, um auch diesen Abschnitt des maroden Kanals zu sichern.
Wenn der Inliner fest ist, werden noch die Hausanschlüsse hineingefräst und mit einem Handlaminat verklebt. Wenn alles planmäßig verläuft, sollen die Arbeiten Mitte Juli beendet sein. 300 000 Euro soll der Abschnitt zwischen Lotter Straße und Martinistraße kosten. Ein Neubau des Kanals hätte sechsmal so viel gekostet, sagen die Stadtwerke.
Autor:
rll


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