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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Füttern verboten!" - Für ihn gilt das nicht
Zwischenüberschrift:
Ein Zoospaziergang mit Reinhard Coppenrath
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Als Bäcker- und Konditormeister ist Reinhard Coppenrath das frühe Aufstehen ohnehin gewohnt. Jeden Morgen um 6.30 Uhr, außer sonntags, ist der Zoopräsident auf dem Schölerberg unterwegs: " Morgens sind die Tiere ganz anders drauf als später am Tag, wenn so viele Menschen vor dem Gitter gestanden haben."
Und weil der Zoopräsident Coppenrath kraft Amtes die " Füttern verboten"- Schilder ignoriert und immer mal ein trockenes Brötchen oder sogar eine Rumkugel in der Tasche hat - " der Buschi ist ganz verrückt nach Gummibärchen", verrät Coppenrath hinter vorgehaltener Hand -, ist ihm um diese Zeit die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zoo-Bewohner ohnehin sicher.
Aber der Zoo-Präsident macht seine Runde nicht nur wegen der stillen Zwiesprache mit den Tieren oder wegen der guten Luft. Mindestens so wichtig sind ihm dabei die Gespräche mit den Tierpflegern oder der Zoo-Tierärztin Dr. Susanne Klomburg.
Er müsse doch wissen, was läuft: " Zu Anfang waren es natürlich die Tiere, aber jetzt beschäftigen mich mehr die Menschen." Denn diese eiserne Regel habe er beim VfL gelernt, wo Reinhard Coppenrath immerhin einmal Schatzmeister war: " Die Mannschaft entscheidet das Spiel."
Wer den Lebenslauf des Zoopräsidenten Coppenrath (geboren am 5. November 1936) betrachtet, fragt sich allerdings auch, ob ihm dieses Amt nicht schon in die Wiege gelegt war: Immerhin war sein Vater Heinrich Coppenrath im Sommer 1936 Mitbegründer des damaligen " Heimattiergartens" auf dem Schölerberg. Und er selbst sagt denn auch, er sei gewissermaßen " von Geburt an" Mitglied im Zooverein gewesen. Als Zehnjähriger immerhin musste er in den Hungerjahren nach dem Kriegsende, während andere für das eigene Überleben hamstern gingen, sogar Löwenzahn und Gras als Futter für die wenigen noch verbliebenen Tiere im " Heimattiergarten" suchen. Und natürlich war er dann später auch dabei, als der Tierpfleger Brinkmann die Elefantenkuh Goni aus dem Circus Althoff quer durch die Stadt in die neue Heimat auf dem Schölerberg führte. Es war nicht allein ein schwergewichtiger Zuwachs: Von da an hieß der Tiergarten dann Zoo. Und er wuchs an Fläche, Kopfzahl und Artenvielfalt immer weiter.
Immerhin lief die Sache Mitte der 90er-Jahre, als ein personeller Neuanfang im Vorstand des Trägervereins anstand, auf die Person Reinhard Coppenrath zu. Er habe " großes Glück" gehabt, " denn alle im neuen Vorstand packten mit an", sagt Coppenrath heute. Und mit dem neuen Geschäftsführer Andreas Busemann ging es dann ohnehin nur noch bergauf: " Das Rad drehte sich mit einem Mal einfach schneller."
So hält der Teamspieler Coppenrath die Balance zwischen den Hauptamtlichen, der Direktorin Dr. Susanne Klomburg und dem Geschäftsführer Andreas Busemann einerseits und dem ehrenamtlichen Trägerverein und dessen Vorstand andererseits. Und weil ein Vorsitzender ja immer auch die Zukunft im Blick hat, verrät Reinhard Coppenrath beim Spaziergang zwischen Bärengehege und Takamanda auch seine jüngste Vision: " Flusspferde und Gorillas, das wäre doch kolossal.
Autor:
fhv


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