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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Nicht so teuer wie ein Picasso"
Zwischenüberschrift:
Osnabrück zeigt afrikanische Kunst aus den Sammlungen des Politikers Klimmt und des Journalisten Péus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Schönheit und Schrecken" der Kunst Afrikas will die Osnabrücker Kunsthalle pünktlich zum Start der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ausfalten. Das Motto darf ganz im Sinn der zerrissenen Geschichte des " Schwarzen Kontinents" doppeldeutig verstanden werden - vor allem mit Blick auf den Schrecken. Den Schrecken geheimnisvoller Magie strahlen die Plastiken und Masken aus, die der ehemalige saarländische Ministerpräsident und Bundesverkehrsminister Reinhart Klimmt (SPD) seit Jahrzehnten zusammentrug. Den Schrecken kolonialistischer Unterdrückung reflektieren hingegen jene, nur auf den ersten Blick naiven Bilder, die Gunter Péus, vormals ZDF-Korrespondent in Nairobi, im Verlauf seiner oft gefahrvollen Reportagereisen sammelte. Beide Sammler, Politiker wie Journalist, nehmen die Produktionen afrikanischer Künstler als ästhetische Leistungen ernst und verstehen sie zugleich als Anlass, die kulturelle Vielfalt Afrikas zu entdecken.
Kurator Jürgen Kaumkötter ist es gelungen, die in Gegenstand und Eigenart eigentlich unvereinbaren Konvolute ohne allzu große Brüche im Kirchenraum der Kunsthalle zu einer gemeinsamen Ausstellung zu fügen. Die Bilder, die der Hamburger Péus sammelte, zeugen von dem zeitgeschichtlich interessierten Korrespondenten. In einer Bildsprache, die von Reklameschildern ihren Ausgang nimmt, schildern die Künstler Deportationen und Erschießungen, bringen den Horror zermürbender Bürgerkriege mit ungeschminkter Direktheit ins Bild. Die Objekte der Kollektion Klimmts verdanken sich hingegen einem Interesse an ästhetischer Ausstrahlung und sozialer wie kultischer Funktion der Objekte. Stringenz gewinnt die Sammlung der Fetischfiguren, Masken, und weiterer Objekte durch thematische Vorentscheidungen. Klimmt sammelte konsequent Figurenpaare, aber auch kunstvoll geschnitzte Türblätter oder aufwendig geformte Kopfbedeckungen.
" Ich ging noch in Osnabrück zur Schule, als ich während der Brüsseler Weltausstellung 1958 meine erste afrikanische Figur kaufte", erinnerte sich Klimmt gestern an den Beginn seiner Sammelleidenschaft. Das Faible für die Malerei des Expressionismus, die Anregungen afrikanischer Plastik aufnahm, bestärkte Klimmt in seiner Leidenschaft. " Außerdem sind diese Objekte nicht so teuer wie ein Picasso", fügte der Ex-Politiker mit einem Augenzwinkern an.
" Ich habe Bilder gekauft, weil ich sie schön fand", schilderte Gunter Péus seinen Zugang zur Kunst Afrikas. Péus gründete 1969 das erste Korrespondentenbüro des ZDF in Afrika. Klimmt wie Péus sammeln vor allem Kunst aus Westafrika, aber auch aus dem Kongo, Kenia, Mosambik und anderen Ländern südlich der Sahara. Auch wenn es gut in die aktuelle Sportbegeisterung gepasst hätte - Südafrika ist kaum vertreten. " Das Land hat seine eigenen Gesetze", sah Klimmt für Südafrika eine gewisse Ausnahmestellung. Gleichviel: Wege in das Herz Afrikas führen derzeit auch über Osnabrück.
Osnabrück, Kunsthalle Dominikanerkirche: Habari Afrika. Afrikanische Kunst aus den Sammlungen Reinhart Klimmt und Gunter Péus. Eröffnung: Heute, 20 Uhr. Bis 25. Juli. Di.-Fr., 11-18 Uhr, Sa., So., 10-18 Uhr.
Mehr Bilder unter www.neue-oz.de »
Autor:
Stefan Lüddemann


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