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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Ungetüm steht unter Druck
Zwischenüberschrift:
Ein dickes Rohr verbindet Lotter Straße und Martinistraße - Kanalarbeiten am Wall
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ach du dickes Rohr! Ein Ungetüm wie aus der Dampfmaschinenzeit schlängelt sich von der Martinistraße bis zum Heger Tor, und die Passanten fragen sich, wozu das gut sein soll. Wir haben nachgefragt: Die Stadtwerke sanieren den Schmutzwasserkanal unter dem Heger-Tor-Wall. Da muss die Dreckbrühe umgeleitet werden.
Der 30 Zentimeter dicke Lindwurm aus Gusseisen steht unter Druck. Und erweckt Aufmerksamkeit, weil er nicht an der nächsten Straßenecke aufhört. Raumgreifend windet er sich am Juridicum vorbei, bildet einen stattlichen Torbogen über die Katharinenstraße und führt auf den Parkplatz hinter dem Regierungsgebäude. Im Heckengang jenseits der Alten Synagogenstraße verschwindet die Pipeline unter der Erde, um sich ein Stück weiter noch einmal bei Tageslicht zu zeigen. Bis zur Lotter Straße zieht sich das ominöse Rohr mit den verschraubten Muffen. Im neuen Schmutzwasserkanal unter der Lotter Straße ist dann endlich Schluss, nach 500 Metern.
Es handelt sich um eine Druckleitung für das Schmutzwasser, das sonst unter dem Heger-Tor-Wall abfließen würde. Bis zu 240 Liter pro Sekunde kann der Kanal dort aufnehmen, sagt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Eigentlich erstaunlich, denn der gemauerte Abfluss ist schon fast 100 Jahre alt, aber immerhin 60 Zentimeter breit und 90 Zentimeter hoch.
Mit diesen großzügigen Abmessungen ist der Kanal auch anno 2010 immer noch ausreichend dimensioniert. Aber er hält nicht mehr ganz dicht. Deshalb haben sich die Stadtwerke entschlossen, den unterirdischen Stollen von 1912 zu sanieren. Normalerweise wird in solchen Fällen der Verkehr umgeleitet und ein Bagger reißt die Straße auf. Das würde den Wall zur Dauerstauzone machen - für Wochen oder gar Monate.
Die Stadtwerke haben sich deshalb für ein Verfahren entschieden, bei dem der alte Kanal erhalten bleibt, aber eine neue Innenverkleidung bekommt. Fachleute sprechen vom Inliner-Verfahren. Dabei schrumpft der Innendurchmesser um vier Zentimeter. So viel ist nach den Berechnungen der Tiefbauer zu verkraften. Der Verkehr werde nicht beeinträchtigt, sagt Marco Hörmeyer, es komme nur zu kurzfristigen Sperrungen. Allerdings sei die In liner-Variante auch deutlich teurer als eine offene Baustelle. Mitte Juli sollen die Arbeiten am Kanal beendet sein. Dann wird das dicke Rohr wieder aus dem Stadtbild verschwinden.
Autor:
rll


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