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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Für Grünpflege wird das Geld knapp
Zwischenüberschrift:
Stadt senkt die Pflegestandards für öffentliche Flächen - und jedes Jahr kommen ein paar Hektar dazu
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt senkt die Pflegestandards für zahlreiche öffentliche Grünflächen, um ihre Kosten im Zaum zu halten. Wo bislang alle zwei Wochen der Rasen gemäht wurde, lassen sich die Stadtgärtner nur noch einmal im Monat blicken. Künftig wird es auch länger dauern, bis jemand kommt, um die Papierkörbe zu leeren und den Müll wegzuräumen.
Der Osnabrücker Servicebetrieb, der für das öffentliche Grün zuständig ist, steckt in der Zwickmühle: Jedes Jahr fallen ihm neue Flächen zu, weil zum Beispiel in Neubaugebieten Grünverbindungen, Grünstreifen oder Kinderspielplätze entstehen. 2009 waren es 2, 3 Hektar, in diesem Jahr könnte durch die Umnutzung ehemaliger Kasernen ein noch größeres Areal dazukommen.
Dem Zuwachs an Aufgaben steht ein schrumpfender Etat gegenüber. Wiederholt hat der Rat das Budget gedeckelt. Mit dem Ergebnis, dass vor allem außerhalb des Wallrings weniger intensiv gemäht, gejätet und gesäubert wird. Stadtrat Horst Baier weiß genau, dass die Unzufriedenheit wächst: " Die Bürger wollen in ihrer Umgebung höhere Standards." Als städtischer Kassenverwalter sieht er aber gar keine Spielräume, den Etat für die Grünflächenunterhaltung aufzustocken.
Da bleibt nur die Absenkung der Standards, im vollen Bewusstsein, dass damit noch mehr Beschwerden provoziert werden. Um sich abzusichern, hat der Servicebetrieb die Politik entscheiden lassen. Vor Kurzem segnete der Betriebsausschuss eine Flächenumnutzung ab, die gut 90000 Euro Ersparnis einbringen soll. 1124 Quadratmeter Wechselblumenbepflanzung wurden herabgestuft zu einer " intensiven Grünunterhaltung", wie es in der Vorlage heißt.
Blumenkübel, die noch vor wenigen Jahren die Innenstadt zierten, sind weitgehend verschwunden. Selbst der Schlossgarten, in dem auch weiterhin die höchste Pflegestufe gilt, bleibt nicht verschont. Auf dem Pflanzbeet vor der Stadthalle soll es künftig vorbei sein mit dem Wechsel von Frühjahrs- und Sommerblumen. Das gilt auch für den Raiffeisenplatz und viele kleine innerstädtische Flächen. Als Kostenersparnis gibt der Osnabrücker Servicebetrieb 80, 40 Euro pro Quadratmeter an.
Noch kritischer wird es außerhalb der Innenstadt. In einem Verwaltungspapier ist von " teilweise kritischen Pflegerückständen" die Rede. Neben dem unansehnlichen Erscheinungsbild komme es auch zu Wertverlusten durch " Umwandlungs- und Verwilderungsprozesse". Im Betriebsausschuss warnte SPD-Politiker Ulf Jürgens kürzlich, wenn das so weitergehe, werde es in den Außenbereichen " nur noch Wildnis" geben.
In solchen Zusammenhängen taucht immer wieder die Frage auf, ob durch Patenschaften von Nachbarn, Schulklassen oder Geschäftsleuten der allgemeinen Verwilderung entgegengewirkt werden könne. Frank Bludau, beim Osnabrücker Servicebetrieb zuständig für die Grünflächenunterhaltung, ist da skeptisch: Es gebe zwar das eine oder andere gute Beispiel für solche Patenschaften, doch das beschränke sich meist auf ein paar Stiefmütterchen in einer Baumscheibe. Dem stehe in der Regel aber ein hoher Abstimmungsbedarf gegenüber, sodass von einer Entlastung nicht die Rede sein könne.
Anders sehe es mit Baumpatenschaften aus. Das funktioniere gut, sagt Bludau, " dafür wollen wir möglichst in jedem Stadtteil eine Fläche anbieten".

Pflegeschlüssel für 1100 Flächen
Pflegen die Stadtgärtner die Grünanlagen in Ihrem Wohngebiet mehrmals im Monat? Dann dürfte es sich um die Pflegestufe 1 handeln. Stufe 3 ist die kostensparende Variante für die Außenbezirke. Im Internet veröffentlichen wir den Pflegeschlüssel für 1100 öffentliche Grünflächen in Osnabrück. So funktioniert? s:
Stufe 1: Tägliche Papierkorbleerung und Müllbeseitigung, zweimal wöchentlich Pflege der Blumenbepflanzung, zweimal monatlich Rasen mähen, dreimal jährlich Unkrautbeseitigung an den Wegen, drei bis viermal Bodenlockerung und Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs.
Stufe 2: Wöchentliche Papierkorbleerung und Müllbeseitigung, zweimal monatlich Rasen mähen (Straßenbegleitgrün drei- bis viermal, Wiesenmahd ein bis zweimal jährlich), ein- bis zweimal Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs, einmal jährlich Unkrautbeseitigung an den Hauptwegen.
Stufe 3: Zweimal monatlich Müll und Papierkörbe, einmal monatlich Rasen mähen (zweimal jährlich Straßenbegleitgrün, einmal Wiesenmahd), alle zwei bis drei Jahre mechanische Unkrautbeseitigung, einmal jährlich Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs.
Die einzelnen Grünflächen finden Sie unter
www.neue-oz.de/ gruenflaechen/

Grünpflege: Diskutieren Sie mit!
Ärgern Sie sich über den Zustand der Grünanlagen in Osnabrück ? Finden Sie, dass die Bürger selbst mehr Verantwortung für das Grün vor Ihrer Haustür übernehmen sollten? Sind Sie bereit, sich um eine öffentliche Fläche zu kümmern?
Machen Sie mit in unserem Diskussionsforum.
www.os-nachbarn.de
Autor:
rll


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