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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ausstieg ist sehr wohl möglich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Wie sie sich alle aufregen! Da feuert das Asphaltwerk schon seit drei Jahren mit Braunkohle, jetzt kommt es raus, und nun heißt es: ? Das hätte nie genehmigt werden dürfen!?, ? Klimakiller Kohle: Inakzeptabel!? und so weiter. Wo waren denn all diese Stimmen, als die Stadtwerke den Einstieg in die eigene Stromerzeugung mit Kohle geplant haben? Schon 2004 und genau so still und leise übrigens.
Auch dieses ungleich schwerer wiegende Engagement, weil viel umfangreicher und ungleich klimaschädlicher, wäre vielleicht bis heute nicht bekannt geworden, wenn es die Osnabrücker Klimaallianz nicht ans Licht gebracht hätte. Kohle ist Kohle, könnte man sagen. Aber die Braunkohlenfeuerung im Asphaltwerk und das Kohlekraft-Engagement der Stadtwerke unterscheiden sich in einem sehr wichtigen Punkt: Beim Asphaltwerk liegt das Kind schon im Brunnen; die Genehmigung ist da. Hier wird ohne Rücksicht auf das Klima weitergefeuert, solange die Firma es wünscht.
Bei den Stadtwerken dagegen ist noch alles offen: Hier wurden bis jetzt nur Finanzbeteiligungen beschlossen und ein paar Planungs-Vorleistungen erbracht. Hier ist ein Ausstieg sehr wohl möglich - bei geringsten Verlusten.
Hier kann die Stadt dem Stadtwerke-Vorstand noch in den Arm fallen, dem der Klimaschutz im Wesentlichen egal ist: Im Kleinen gibt er gern mal zehn Millionen für den Wind am Piesberg aus, aber was ist das schon gegen runde 70 Millionen für die Kohlekraft?
Ein weiterer Unterschied: Der Asphalt-Ofen hält vielleicht zwanzig Jahre, drei Jahre läuft er schon, dann ist er irgendwann hinüber, und sehr bald werden wir ohnehin weniger Asphalt brauchen.
Ein Kohlekraftwerk dagegen hält gern so etwa 40 Jahre, und seine Eigentümer werden in dieser Zeit seine Stromproduktion mit Klauen und Zähnen verteidigen und seine Ablösung durch erneuerbare Energien zu verhindern suchen, wo sie nur können - genau wie heute die Eigner der Atomkraftwerke.
Die Braunkohlefeuerung im Asphaltwerk ist verschmerzbar, wenn wir sie denn nicht ändern können, und heilbar. Aber der Neubau von Kohlekraftwerken auch durch unsere Stadtwerke wird den Klimaschutz bei uns um 30 bis 40 Jahre zurückwerfen, und wer in dieser Stadt will das verantworten?"
Klaus Kuhnke
Osnabrücker Klimaallianz
Osnabrück
Autor:
Klaus Kuhnke


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