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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ihr entkommt kein Korn
Zwischenüberschrift:
Einzige Dinkelschälanlage der Region steht auf dem Belmer Iburgshof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK/ BELM. Wenn es um die Verbreitung zweier Getreidesorten geht, hat Weizen die Nase vorm Dinkel. Und das, obwohl Letzterem als Urform des Weizens durchaus der höhere Gehalt an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen zugeschrieben wird. Auf dem Belmer Iburgshof erfuhren Interessierte jetzt, warum es trotzdem das Weizenkorn ist, das in Brot- und Teigwaren häufiger verwendet wird.
Der ökologisch betriebene Landwirtschaftsbetrieb an der Bremer Straße unterhält die einzige Dinkelschälanlage, die im Osnabrücker Land und seiner näheren Umgebung zu finden ist. Bauern, die Dinkel anbauen, oder Bäcker, die das Korn verarbeiten, kommen an der Maschine nicht vorbei: Sie trennt das Korn von seiner Spelze (Schale) - ein Vorgang, der besonderen Aufwand mit sich bringt.
" Beim Dinkel ist das Korn fest mit der Spelze verwachsen", erklärt Landwirt Wolf Joost. Die Trennung bedürfe maschineller Hilfe. Vor zwölf Jahren haben er und seine Frau Insa Raabe-Jost dafür in die Dinkelschälmaschine investiert. Heute profitiert davon die ganze Region, wie bei einer Hofbesichtigung des Arbeitskreises " Anders essen" der Lokalen Agenda 21 in dieser Woche verdeutlicht wurde: Viele regionale Biobrotsorten, die von Bäckern in Osnabrück und Umgebung angeboten werden, können nur aus regional angebautem Getreide hergestellt werden, weil eine Dinkelschälanlage in der Nähe ist.
Dass die von ihr verrichtete Arbeit schon allein aufgrund der großen Mengen nicht von Hand verrichtet werden könnte, wird beim Anblick der riesigen Maschine schnell klar. In mehreren Schritten wird das Dinkelkorn darin so aufarbeitet, dass es anschließend bäckerfertig verpackt wird. Los geht es mit der Stein- und Metallauslese, die Fremdkörper aus den Kornmengen entfernt. Erst danach werden Körner und Spelze voneinander getrennt. Doch nur 90 Prozent der Körner werden im ersten Durchlauf tatsächlich geschält. Die verbleibenden zehn Prozent wandern zurück in den Schäler und durchlaufen die Prozedur ein zweites Mal. In einer Siebanlage werden die geschälten Körner nach Größe geordnet. " Die Bäcker wollen nicht die ganz schmalen haben, da ist ihnen zu wenig Kleber drin", erklärte Wolf Joost. Sie werden somit aussortiert und an Hühner verfüttert.
Und die Spelzen, wo kommen die hin? Was für viele Landwirte ein Problem sei, hat Wolf Joost für seinen Hof geschickt gelöst: Aus den Dinkelspelzen gewinnt er seine Heizenergie. Außerdem seien noch sechs weitere Haushalte an die Heizanlage angeschlossen. " Pro Jahr sparen wir 28000 Liter Öl."
Viele Jahre wurde Dinkel aufgrund seines niedrigeren Ertrags und seines aufwendigen Verarbeitungsprozesses spärlich angebaut. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Der Trend zu gesundheitsbewusster Ernährung hat dem nährstoffreichen Korn ein neues Aufleben beschert. Wolf Joost betonte den Vorteil des Getreides für Menschen mit Weizenunverträglichkeit. Denn oft hätten sie mit Dinkel keine Probleme.

Bildtext: Vorher - nachher: In der Schälmaschine auf dem Iburgshof werden die Körner von ihrer Spelze befreit. Fotos: Hiekmann
Autor:
hiek


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