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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neuer Tunnel zum alten Steinbruch
Zwischenüberschrift:
Westerberg: Botanischer Garten wird vergrößert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der alte Steinbruch am Edinghäuser Weg wird an den Botanischen Garten angeschlossen. Neben dem ehemaligen Wasserhochbehälter auf dem Westerberg trägt ein Bagger 6000 Kubikmeter Erde und Fels ab. In der Schneise entsteht der neue Verbindungsweg.
Voraussichtlich im Spätsommer können Besucher des Botanischen Gartens durch einen kurzen Tunnel unter der Gutenbergstraße hindurch zum zweiten Steinbruch gelangen. Er bleibt der natürlichen Vegetation vorbehalten, die sich dort in den vergangenen Jahrzehnten angesiedelt hat. Auf dem Areal soll ein Rundweg entstehen. " Wir wollen da nicht viel verändern", sagt Dierk Meyer-Pries, der Vorsitzende vom Freundeskreis des Botanischen Gartens. Der Freundeskreis hat den Steinbruch für zunächst 30 Jahre von der Stadt gepachtet und den bisherigen Zugang von der Blumenthalstraße inzwischen geschlossen.
Ulrich Rösemann, der Technische Leiter des Botanischen Gartens, sagt, warum: Immer wieder hätten Zeitgenossen ihren Müll und ihre Grünabfälle im Steinbruch abgeladen, ohne zu wissen, dass sie damit einen Lebensraum für geschützte Pflanzen gefährdeten. Auf dem felsigen Grund wachsen seltene Kalkmagerrasengesellschaften, die auf Humusgaben wie Rasenschnitt oder verrottendes Laub empfindlich reagieren. Auch seltene Moose und Mauerpfeffer haben sich in dem Sekundärbiotop angesiedelt. Dazu kommen geschützte Laufkäfer und fünf Fledermausarten.
Mit der Umzäunung wollen die Verantwortlichen des Botanischen Gartens zugleich verhindern, dass auf dem Steinbruchgelände wilde Partys gefeiert und Lagerfeuer angezündet werden. Die Pläne für die Umnutzung des Steinbruchs stoßen schon deshalb nicht auf ungeteilte Zustimmung.
Kritik gibt es aber auch, weil mehrere stattliche Bäume für den Verbindungsweg gefällt wurden, darunter drei Kastanien und ein Berg ahorn. Ulrich Rösemann bedauert diese Eingriffe und kündigt Ausgleichspflanzungen an. Unter dem Strich, so sagt er, sei der ökologische Nutzen durch die Umgestaltung jedoch größer als der Schaden.
382 000 Euro kalkuliert der Freundeskreis des Botanischen Gartens für die Anbindung des alten Steinbruchs. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Bingo-Stiftung Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit und die Bohnenkamp-Stiftung beteiligen sich an den Kosten.
Ursprünglich sollte ein 77 Meter langer Tunnel die beiden Standorte verbinden. Das wäre allerdings unbezahlbar geworden, sagt Dierk Meyer-Pries. Untertunnelt wird jetzt nur die Gutenbergstraße. Der Rest des Weges wird 3, 50 Meter tief in einem S-förmigen Bogen um den Wasserhochbehälter herum in den steinigen Untergrund getrieben. Dabei fallen rund 400 Lkw-Ladungen Erde und Fels an. Ein Viertel des Materials soll zerkleinert und demnächst wieder auf dem Gelände eingebaut werden.
Kalkstein vom Westerberg diente schon für die alten Steinwerke und die Türme der Stadtbefestigung als Baumaterial. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg war Schluss mit dem Gesteinsabbau. Jahrzehntelang lagen die offenen Wunden des Tagebaus brach, bis die Universität Mitte der 80er-Jahre im nördlichen Steinbruch den Botanischen Garten einrichtete.
Mit seiner Erweiterung nach Süden, die im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll, ist der Freundeskreis des Botanischen Gartens noch nicht am Ziel seiner Hoffnungen angelangt. Vorsitzender Dierk Meyer-Pries träumt davon, im stillgelegten Wasserhochbehälter der Stadtwerke ein " Forum Wasser" einzurichten. Dabei soll es vor allem um die Bedeutung des Wassers für das Pflanzenwachstum gehen. Konkrete Pläne gibt es derzeit allerdings ebenso wenig wie eine Finanzierung.
Der Hochbehälter hat einen Durchmesser von 37 Metern und eine Grundfläche von 1780 Quadratmetern. Die Stadtwerke benötigen das Bauwerk nicht mehr, seit der neue Hochbehälter auf dem Piesberg in Betrieb ist.
Beim Bau des neuen Verbindungsweges zwischen den beiden Steinbrüchen wird die westliche Seite des Rondells freigelegt. Die graue Wand soll allerdings nicht dauerhaft sichtbar bleiben, sondern hinter einem Vorhang aus Rankpflanzen verschwinden.
Autor:
rll


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