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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gerdts: Ohne Umweltzone geht es nicht
Zwischenüberschrift:
25 Prozent mehr Stickstoffdioxid in der Luft als gedacht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hat in der Vorwoche erneut die Umweltzone infrage gestellt. Ist die Umweltzone Unsinn? Wir sprachen mit Detlef Gerdts, Fachbereichsleiter Umwelt der Stadt Osnabrück, der an einem Expertengespräch im Umweltministerium in Hannover teilgenommen hat.
Herr Gerdts, was haben Sie aus dem Gespräch im Umweltministerium mitgenommen?
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Es ist seit mehr als einem Jahr klar, dass Osnabrück wie viele andere Städte auch den Stickstoffdioxidgrenzwert nicht einhalten kann. Ihre Zeitung hat darüber schon oft berichtet. Die Belastung mit Stickstoffdioxid ist außerdem jahrelang unterschätzt worden. Es gibt ein neues Gutachten des Umweltbundesamtes über den Schadstoffausstoß der deutschen Fahrzeugflotte, das belegt, dass der Stickstoffdioxidausstoß bisher um 20 bis 25 Prozent unterschätzt wurde. Das entspricht exakt den Messungen an der Station Schlossstraße, die bisher 25 Prozent über den errechneten Werten lagen. Das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim wird nun im Auftrag des Umweltministeriums für alle Städte neue Modellrechnungen erstellen. In der Konsequenz wird es mehr Straßenabschnitte in Osnabrück mit Grenzwertüberschreitungen geben.
Brüssel droht mit Bußgeldern, wenn die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Wird es so weit kommen?
Ich hoffe nicht. Wenn wir es mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen nicht schaffen, die Grenzwerte einzuhalten, ist es möglich, dass die Bundesrepublik in Brüssel eine Verlängerung beantragt. Dann hätten wir bis 2015 Zeit.
Die FDP hält die Umweltzone für " kostspielige Symbolpolitik" und fordert die Abschaffung. Was sagen Sie dazu?
Das ist nicht die Alternative. Es heißt nicht: Umweltzone oder die anderen Maßnahmen zur Luftreinhaltung, sondern Umweltzone plus alle anderen Maßnahmen, die geeignet sind, die Luft sauberer zu machen.
Welche Maßnahmen sind das?
Es sind sehr viele. Alles, was den Verkehr flüssiger fließen lässt, Verjüngung der Fahrzeugflotten, Nachrüstung, mehr Aufklärung. Das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim, das in Niedersachsen für alle Fragen der Luftreinhaltung zuständig ist, hat alle kommunalen Aktions- und Luftreinhaltepläne durchforstet und 108 Maßnahmen zusammengestellt, die helfen, die Stickstoffdioxid-Belastung zu senken.
Welche Rolle spielt dabei die Umweltzone?
Wir haben die Umweltzone in Osnabrück erst vor drei Monaten richtig scharf geschaltet. Das ist eine zu kurze Zeit, um Effekte messen zu können. Das Umweltministerium in Hessen hat neulich für Frankfurt festgestellt, dass die Umweltzone beim Stickstoffdioxid mehr bringt als alle anderen Maßnahmen. In Osnabrück werden wir den größten Effekt ohnehin erst sehen, wenn die nächste Stufe von Gelb auf Grün geschaltet wird. Ab 1. Januar 2012 dürfen nur noch Autos mit grünen Plaketten in die Innenstadt fahren. Das wird im Vergleich zu 1990 eine Reduzierung bei Stickstoffdioxid um 80 Prozent bringen. Wir hätten diese Probleme übrigens überhaupt nicht, wenn die Euro-6-Norm, die sich speziell der Reduzierung von Stickstoffdioxid widmet, nicht erst 2014 eingeführt würde, sondern schon jetzt.

Umstrittene Umweltzone
Die Diskussion über die Umweltzone ist wieder aufgeflammt. Der Grund: Der Grenzwert für Stickstoffdioxid wird in Osnabrück trotz Umweltzone nicht eingehalten. Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) , hatte vorvergangene Woche Experten aus acht betroffenen Städten in Niedersachsen ins Ministerium geladen. Sander erklärte anschließend, angesichts der " zweifelhaften Minderungseffekte beim Stickstoffdioxid macht das Instrument der Umweltzone keinen Sinn". Die Umweltzone sei " völlig unverhältnismäßig". Sander will bei der Umwelt ministerkonferenz im Juni einen Aufschub bis 2020 erreichen, wenn ein maßgeblicher Anteil der Dieselfahrzeuge die Abgasnorm 6 erfülle. Auch im Finanzausschuss der Stadt entbrannte der Streit um die Umweltzone neu. Anlass ist der Vorschlag der Verwaltung, wegen der leeren Kassen die Nachrüstung und die Neuanschaffung von Dienstwagen hinauszuzögern.
Autor:
hin


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