User Online: 1 | Timeout: 08:55Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwei Schützenfeste an einem Tag
Zwischenüberschrift:
Schützenverein Lustgarten wurde 1895 wegen eines Streits gegründet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Der erste Schuss brachte schon die Entscheidung": So stand es am 14. Juni 1995 in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Hans-Heinrich Kirchner hieß der Schützenkönig, der mit seiner Frau Ulrike den Schützenverein Lustgarten im Jubiläumsjahr regierte. Der Verein hatte sich im Sommer 1895 gegründet.
Der Lustgarten lag am Westerberg, etwa dort, wo heute die Strahlenklinik zu finden ist, um die Lürmannstraße und die Gutenbergstraße herum. Auf diesem Gelände steht auch heute noch eine Windmühle - wie sie auch auf der kolorierten Ansichtskarte vom Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen ist.
Ebenfalls im Jahr 1895 - allerdings ein wenig vorher - hatte sich die Altstädter-Zivilkompanie gegründet. Als sich die Mitglieder an die Planung des Schützenfestes machten, entstand Streit, der sich um den Festplatz drehte. Denn ein Teil der Leute wollte, wie ursprünglich vorge sehen, im Lustgarten feiern, die Mehrheit aber am Hofhause. So trennten sich die Vereine und feierten am gleichen Tag, an unterschiedlichen Orten.
Die Tageszeitungen der Stadt Osnabrück kommentierten das so: " Zwei Schützenfeste an einem Tage, das hat die Stadt bisher noch nicht erlebt."
1907 wurde der Lustgarten aus technischen Gründen und wegen Baufälligkeit abgebrochen. Da damals auch die Schützenhalle abgerissen wurde, gab es in der Stadt keine Versammlungshallen für Schützenfeste, Karnevalsveranstaltungen und weitere Feste mit zahlreichen Besuchern mehr. Daher planten die Eigentümer des Kaffeehauses Bellevue und des Restaurants Klushügel Saalbauten zur Erweiterung ihrer Gastbetriebe.
1934 trat der Schützenverein Lustgarten der Schützengilde bei und teilte sich mit ihr den Schießstand auf dem Ziegenbrink. Nach Kriegsende hatten die Besatzungsmächte die Schützenaktivitäten verboten. Am 7. November 1949 gründeten sich die Lustgartenschützen neu.
Auf dem Gelände an der Ecke Lürmannstraße/ Gutenbergstraße stand bis zum Herbst des vergangenen Jahres eine mächtige Kastanie. Ende der 1970er-Jahre war sie als schutzwürdig eingestuft worden und sollte nun einem Wohnprojekt weichen, das auf dem einstigen Grundstück des Großkaufmanns Philipson errichtet wurde. Seine Villa war im Krieg zerstört worden.

Bildtexte: Tanzen, Trinken, wilde Tiere und ein Schießstand: der Lustgarten auf dem Westerberg um 1900. Die kolorierte Ansichtskarte hat uns ein Leser zugesandt.
Tanzen, Trinken, wilde Tiere und ein Schießstand: der Lustgarten auf dem Westerberg um 1900. Die kolorierte Ansichtskarte hat uns ein Leser zugesandt.
Autor:
mlb


Anfang der Liste Ende der Liste