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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Aufbruch in neue Tierwelten
Zwischenüberschrift:
Die einmalige Erfolgsgeschichte des Osnabrücker Zoos – 15 Millionen Euro investier
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Früher hat sich der Zoo für die Cappuccino-Bären geschämt. Tips und Taps die milchig braunen Ergebnisse eines Techtelmechtels zwischen Braun- und Eisbär waren die lebenden Beweise für Haltungsprobleme im Osnabrücker Zoo. Das ist vorbei. Jetzt sind Tips und Taps die lebenden Beweise für den Klimawandel und den in der deutschen Zoo-Landschaft einmaligen Aufstieg eines heimatlichen Tiergartens zur Freizeitattraktion mit überregionaler Strahlkraft.
Die Bärenanlage ist in die Jahre gekommen und schuld daran, dass der " Stern" Osnabrück 2008 in einer Zoo-Rangliste weit hinten platziert hatte. Das hat Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann ziemlich geärgert. Zu Recht. Denn, erstens, wird das betondominierte Bärengehege im nächsten Jahr pünktlich zum 75-jährigen Bestehen des Zoos für 3, 2 Millionen Euro in eine Taiga-Landschaft mit Baumwipfelpfaden und zugänglichen Bärenhöhlen ausgebaut.
Und zweitens übersah das Ranking, dass der Zoo in zehn Jahren die Besucherzahl auf 850 000 (2009) mehr als verdoppelte, dass er in zwei Jahren 15 Millionen in Erlebniswelten investierte, dass er mit dem unterirdischen Zoo und der Afrikawelt Samburu neue Dimensionen der Tierpräsentation erreichte, dass er mit einem minimalistischen öffentlichen Zuschuss auskommt und jetzt mithilfe der EU zehn Millionen Euro in die Erlebniswelt Takamanda investiert. Am 18. Juni wird Ministerpräsident Christian Wulff das über fünf Hektar große Areal eröffnen.
Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann hat ein Netzwerk von 120 Sponsoren geschaffen. Es ist ein faires Geben und Nehmen. Sponsoring und Eintrittsgelder machen den Zoo fast unabhängig von der öffentlichen Hand. 770 000 Euro schießt die Stadt Osnabrück jährlich zu. Das entspricht sieben Prozent der Einnahmen und ist bundesweit einmalig. Im Schnitt liegt der Zuschussbedarf eines Zoos bei 45 Prozent. Münster zum Beispiel: 4, 6 Millionen Euro überweist die Stadt Münster jährlich und greift für Investitionen extra in die Kasse. Jeder Zoo-Besucher kostet die Stadt Münster 5, 05 Euro Zuschuss, in Osnabrück sind es 80 Cent. 2009 verbuchte Zoo-Schatzmeister Reinhard Sliwka einen Rekordgewinn von einer Million Euro. Eine Studie weist nach, dass der Zoo eine Wertschöpfung von 13, 3 Millionen Euro und 270 Arbeitsplätze generiert. Mit jedem Arbeitsplatz im Zoo entstehen zwei weitere in der Region.
Träger des Zoos ist ein Verein auch darin hat er in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal. Der Verein tat sich anfangs schwer, als Geschäftsführer Busemann mit Millioneninvestitionen unter anderem in den unterirdischen Zoo neue Größenordnungen anpeilte und damit die Aufwärtsspirale in Bewegung brachte. Die Takamanda-Freigabe im Juni ist die nächste große Drehung der Spirale. Der Zoo erweitert seine Fläche um etwa ein Drittel. Mensch und Tier werden durch Felslandschaften und Wasserläufe gitterlos voneinander getrennt. So entsteht ein Schaufenster der afrikanischen Natur und neue Heimat für Schimpansen, Mantelpaviane, Mangaben, Hyänen, Pinselohrschweine, Bongos, Warzenschweine oder Mungos. Der " Knüller", sagt Busemann, wird Makatanda, ein afrikanisches Baumhausdorf mit einem Restaurant in den Baumwipfeln.
Takamanda ist nicht der Endpunkt. Parallel werden bald der klotzige Beton-Affenfelsen in einen kambodschanischen Tempel verwandelt und das Bärengehege in eine Taiga-Welt eingebettet mit Tips und Taps als den neuen Stars. Busemann will mit den Misch-Bären das große Thema Klimawandel bespielen. Denn seit 2006, als erstmals in freier Natur ein Hybrid-Bär entdeckt wurde, sind Tips und Taps nicht mehr peinlich sondern ein Symbol für Naturveränderungen durch den Klimawandel.
Bilder von der Baustelle
www.neue-oz.de »

Bildtext: Das Baumhaus-Dorf Makatanda soll Herzstück der neuen Afrika-Welt Takamanda werden, in die der Osnabrücker Zoo zehn Millionen Euro investiert. Der Zoo hat in zehn Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Ein Symbol für das neue Selbstbewusstsein sind Tips und Taps (oben rechts), die beiden Mischlingsbären, die dem Zoo bislang eher peinlich waren. Foto: Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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