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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zehn Personen bauen eine Ausstellung
Zwischenüberschrift:
Im Museum Industriekultur packen alle Mitarbeiter bei allen Aufgaben mit an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der Countdown läuft: In zwei Tagen wird im Museum Industriekultur die nächste Ausstellung eröffnet. Für Ausstellungsmacherin Barbara Kahlert bedeutet das zurzeit Überstunden pur, seit Wochen hat sie kaum einen Tag frei. Denn wie überall, steckt die meiste Arbeit in Details, und die zeigen sich erst am Ende. Trotz Anspannung bleibt Kahlert gelassen: " Bislang hat immer noch alles geklappt."
Von Marie-Luise Braun - Seit vier Jahren ist die wissenschaftliche Mitarbeiterin für Ausstellungsprojekte des Museums Industriekultur verantwortlich. Von der ersten Idee über die Gestaltung einzelner Elemente, die Ausleihe von Exponaten bis hin zum Budget trägt sie die Verantwortung. Vor allem in den letzten Wochen vor der Eröffnung reicht die Zeit ihrer 30-Stunden-Stelle nicht aus. Wie auch jetzt bei der Ausstellung über Jahrmärkte.
Sie ist mit Engagement bei der Sache: " Die Vielfalt treibt mich an, das Gesamtpaket, die Betreuung eines Projekts vom Anfang bis zum Ende", zählt Barbara Kahlert die Aufgaben auf, die für die Besucher eines Ausstellungshauses im Verborgenen ablaufen. Ganz so, wie es der Kabarettist Karl Valentin einmal formulierte: " Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."
Zu dieser Arbeit gehört nicht nur, sich ein Thema und Wege für seine Vermittlung zu überlegen. Verlangt ist auch, sich in vieles einarbeiten zu können, über die Kosten für Leihgaben zu verhandeln, Texte für die Beschriftung der Exponate zu schreiben. Ihre Pläne für die Gestaltung setzt Kahlert mit dem Tischler Jörg Vordermark um. Da sie die Verantwortung fürs Budget hat, bemüht sie sich, möglichst kostengünstig zu arbeiten. Gibt es ein Exponat auch günstiger oder sogar kostenlos? Wie können die Transportkosten minimiert werden? " Solche Verhandlungen machen ja auch Spaß", sagt sie.
Es sei das Besondere an seinen Mitarbeitern, erläutert Direktor Rolf Spilker, dass sie sich nicht nur einer Aufgabe widmen, wie das bei den meisten anderen Ausstellungshäusern der Fall ist. Die " klasse Mannschaft" seines Hauses kann er für alles einsetzen, was ansteht. Die Mitarbeiter packen an. Und das gelte für alle, von der Putzfrau und die Führer über den Tischler und die Fachfrau für Veranstaltungen bis hin zur Ausstellungsmacherin. Die acht Vollzeitstellen des Museums teilen sich zehn Mitarbeiter. Manche sind sogar nach Feierabend ehrenamtlich dabei. Für die gibt es dann zum Dank auch Mal eine Flasche Wein. " Für 13 Euro", sagt Spilker.
Das Themenspektrum des Museums bedeutet für ihn Freud und Leid zugleich. Einerseits sind es spannende Geschichten, die in Ausstellungen, Führungen, Festen, Märkten, Unterrichtseinheiten und weiteren Veranstaltungen erzählt werden. Andererseits sei es schwer, all dies bei klammen Kassen umzusetzen. Diese Situation werde wohl leider nicht besser, ahnt Spilker. Für ihn selbst bedeutet das, dass er sich kaum noch Inhaltlichem widmen kann.
Wo es sonst zumeist Spezialisten wie Juristen oder Buchhalter gibt, arbeiten sich die Mitarbeiter des Museums Industriekultur ein. Auch das kostet Zeit. So ist Spilker mit der Organisation, mit Abrechnungen, Versicherungsfragen und dem Gewinn von Kooperationspartnern beschäftigt. Monatlich erstellt er einen Finanzbericht für den Aufsichtsrat und erläutert ihm einmal im Jahr seine Investitionspläne.
Einer der Pläne war es, mit Angespartem die ehemalige Schmiede zu restaurieren, um sie als Lager und Werkstatt zu nutzen. So sollten Mietkosten von 20 000 Euro jährlich für eine Halle eingespart werden, in der das Museum einen Teil seiner Sammlung aufbewahrt. Denn das Sammeln von Gegenständen aus der Lebens- und Arbeitswelt der vergangenen 150 Jahre aus der Region gehört ebenso zu den Aufgaben des Museums wie das Ausstellen und Forschen.
Doch es fehlt Geld. Die Stadt hat ihre Zuschüsse reduziert, es ist ein Loch von 500 000 Euro entstanden, das Rolf Spilker mit dem Ersparten stopft. Die Mietkosten für die Lagerhalle wird sein Haus weiter tragen müssen. Immerhin: Das Dach der Schmiede wird schon mal renoviert.


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