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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Einst Idyll, jetzt urbanes Zentrum
Zwischenüberschrift:
Die Hase zwischen Wittekindstraße und Georgstraße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Erst in den letzten Jahren kommt die Hase in der Stadt wieder zu Ehren, wird sie als Erlebnis ort für Natur und Stadtgeschichte schrittweise aufgewertet. In Jahrzehnten zuvor war sie die eher lästige Unterbrechung des Baugrundes für eine moderne Zentrumsarchitektur.
Von Joachim Dierks - Konsequenterweise verbannte man sie in den 1960er-Jahren auf einer Länge von 200 Metern unter einen Betondeckel, um so Parkflächen und Zulieferstraßen zu schaffen. Der wurde zwar 1999 teilweise wieder zurückgebaut, doch liegt der Abschnitt der wiedereröffneten Hase auf dem aktuellen Bild unserer heutigen Zeitreise hinter dem postmodern anmutenden Gebäude der Neumarkt-Apotheke in der Bildmitte. Von einer " Haase Ansicht", wie es auf der Postkarte von 1899 zutreffend heißt, kann heute keine Rede sein, obwohl der Standort des Fotografen und der Blickwinkel seiner Kamera nahezu identisch geblieben sind.
Wohl selten haben die gegenübergestellten " Einst"- und " Jetzt"- Bilder unserer Zeitreise-Serie so wenig gemein gehabt. Die mindestens 111 Jahre alte Aufnahme zeigt eine nahezu idyllisch anmutende Flusslandschaft. Die überwiegend kleinstädtisch niedrige Bebauung wird zum Fluss hin von kräftiger Vegetation abgeschirmt. Einzig die prächtige Villa rechts und die Türme von Dom und St. Marien (ganz links am Bildrand) lassen auf eine größere Stadt schließen.
Zahlreiche Kähne deuten an, dass die Hase auch eine Rolle als Ort der Erholung und Zerstreuung spielt. Im Mittelgrund markiert ein eiserner Steg, die Georgsbrücke, den Verlauf der heutigen Georgstraße. Dahinter ist noch schwach die Brücke im Zuge der Herrenteichstraße zu erkennen.
Die Villa im Stil des Historismus gehörte der angesehenen Fabrikantenfamilie Gosling. Hermann Gosling (1823 bis 1900) ließ sie an der damaligen Bahnhofstraße errichten. So hieß die Wittekindstraße bis 1900, da sie auf den heute noch als Gebäude erhaltenen Hannoverschen Bahnhof zulief.
Das Adressbuch von 1919 weist für das Haus Gosling die Adresse Wittekindstraße 25 aus. Galeria Kaufhof wird heute unter Wittekindstraße 23 geführt. Schon daran erkennt man, dass das Kaufhaus an etwa der gleichen Stelle steht wie zuvor die Villa der Schnapsbrenner-Dynastie.
Der bauliche Kern des heutigen Kaufhauses wurde 1955 als Kaufhaus Merkur errichtet, das dahinterliegende Parkhaus, übrigens das erste seiner Art im Regierungsbezirk Osnabrück, 1964 ergänzt. Die Einkaufsstätte trug zwischenzeitlich den Namen Horten und bekam in diesem Zuge zugleich die firmentypische Wabenfassade verpasst.
Autor:
Joachim Dierks


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