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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gruselig: Plagegeist verhüllt Baum
Zwischenüberschrift:
Invasion der Gespinstmotte
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wer sich gruseln will, der sollte einen Abstecher in die Nähe der Autobahnauffahrt Sutthausen machen: Auf einer Mittelinsel der Sutthauser Straße in Höhe des Gewerbegebietes Burenkamp sind zwei Bäume wie von Geisterhand in ein Gespinst gehüllt.
Erst bei genauerem Hinschauen wird klar, dass für dieses gespenstische Szenario keine Geister verantwortlich sind, sondern kleine Raupen, die beide Bäume befallen haben. Nachfrage bei der Universität Osnabrück: Was sind das für ungewöhnliche Insekten?
Zoologie-Professor Achim Paululat hat nach Sichtung der Bilder vom Tatort den Übeltäter schnell identifiziert. Seiner Aussage nach ist es die sogenannte Gespinstmotte. Verhaltensbiologin Heike Feldhaar präzisiert: " Es handelt sich hier wahrscheinlich um die Traubenkirschen-Gespinstmotte." In der Fachwelt hört das Tier auch auf den kaum aussprechbaren Namen " Yponomeuta evonymella".
Und was hat es mit der Verhüllungsaktion à la Christo auf sich? " Die Gespinste dienen einerseits dem Schutz vor Wind und Wetter, andererseits schließen die Gespinste andere Pflanzenfresser und Parasiten der Raupen aus", erklärt Feldhaar.
Was aussieht wie das sichere Todesurteil für jeden Baum, ist laut Professor Paululat aber nicht ganz so dramatisch - solange man kein Obst ernten will. " Die zu den Schmetterlingen gehörenden Tiere legen im Herbst ihre Eier an Bäume und Sträucher. Die Raupen überdauern dann den Winter und beginnen im Frühjahr, Blätter und Triebe zu fressen." Das endet dann in einem regelrechten Kahlfraß. " In der Regel erholen sich die Pflanzen aber in kurzer Zeit und zeigen neue Triebe", so Paululat. Der Experte erklärt, dass sich die Raupen im Sommer verpuppen und dann die kleinen, etwa zwei Zentimeter großen Schmetterlinge mit schwarzen Punkten auf den Flügeln erscheinen.
Gegenmaßnahmen
Um die Plagegeister loszuwerden, empfiehlt Professor Paululat, die befallenen Triebe von Pflanzen möglichst frühzeitig abzuschneiden. Doch es gibt auch eine wesentlich weniger drastische Methode. Professor Christian Neubauer von der Fachhochschule Osnabrück setzt auf Präparate auf Basis des Bazillus thuringiensis, die im Fachhandel erhältlich sind. Die Raupen würden das Bakterium fressen und dann innerhalb von drei bis fünf Tagen tot herabfallen.
" Für Menschen sind solche Mittel vollkommen harmlos", so der Pflanzenschutzexperte. Er weist aber daraufhin, dass die ganze Pflanze besprüht werden müsse, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. " Das ist bei größeren Laubbäumen quasi unmöglich", gibt Neubauer zu bedenken.
Autor:
df


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