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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zu wenig Pflegefamilien
Zwischenüberschrift:
Kinder blühen förmlich auf - Unklare Rechtslage kritisiert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. " Ein Pflegekind bei sich aufzunehmen ist keine leichte Aufgabe, aber eine machbare." Gabi Schmidt, Mitglied der Pflegeelterninitiative Stadt und Land Osnabrück, weiß, wovon sie spricht. Bereits seit 14 Jahren betreut sie einen Pflegesohn, der heute 20 Jahre alt ist. Bei der Präsentation des Jahresberichtes des städtischen Adoptions- und Pflegekinderdienstes schilderte die Mutter gestern ihre Erfahrungen.
Trotz zwei eigener Kinder war für sie damals sofort klar, dass sie ein Pflegekind bei sich aufnehmen möchte. " Die Kraft hatte ich, und außerdem gibt einem dieses Kind ja auch unendlich viel wieder", sagte sie. Nicht nur das Kind, sondern auch sie hätte von der Situation profitiert. Sie habe Erfahrungen gemacht, die sie sonst wohl nie gemacht hätte, und viele nette Leute kennengelernt, denen sie sonst wohl nie begegnet wäre. Diese Erfahrung kann Heribert Konermann vom Adoptions- und Pflegekinderdienst nur bestätigen. " Das sind unglaublich offene, engagierte und energiegeladene Leute." Über die Entwicklung mancher Kinder in Pflegefamilien kann er oft nur ungläubig staunen. " Manche Kinder blühen mit der Zeit förmlich auf, das ist toll mit anzusehen." Leider haben nicht alle Kinder, die dringend eine Pflegefamilie benötigen, die Chance auf ein besseres Umfeld. " Es gibt eindeutig immer noch zu wenig Pflegefamilien", betonte Konermann. Zum einen sei daran das allmähliche Aussterben des klassischen Familienmodells schuld. Zum anderen auch die durch wirtschaftliche Faktoren veränderte Finanzsituation in vielen Haushalten. " Wer Existenzängste aussteht, der kommt bestimmt nicht auf die Idee, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen", sagte der Experte. Faktoren, die in Zukunft bei der Arbeit des Adoptions- und Pflegekinderdienstes noch stärker berücksichtigt werden müssten. Nichtsdestotrotz hoffen Konermann und seine Kollegen nach wie vor auf das soziale Engagement ihrer Mitmenschen.
Um den potenziellen Pflegeeltern mehr Mut zu geben, wurde im letzten Jahr sehr viel Mühe in eine verbesserte Betreuung und Begleitung der Pflegeeltern investiert. In Zukunft wollen Konermann und seine Mitarbeiter sich noch verstärkt für eine bessere Rechtslage der Pflegeeltern einsetzen. " Wer ein Pflegekind bei sich aufnimmt, der behandelt es genauso wie sein eigenes Kind", berichtete Gabi Schmidt. Bislang sei die Rechtslage uneindeutig, und Urteile verdeutlichten, dass Pflegekinder jederzeit aus den Familien herausgerissen werden könnten. " Eine schreckliche Vorstellung", sagte Schmidt, " ich würde mir wünschen, dass sich das bald ändert."
Einen Hoffnungsschimmer in weiter Ferne scheint es zum Glück schon zu geben. " Aktuell formiert sich im Bundesjustizministerium eine Gruppe, die sich genau dieser Problematik annehmen will", berichtete Konermann. Nichtsdestotrotz wird er weiterhin kräftig die Werbetrommel rühren, damit noch mehr Kinder ein geeignetes Zuhause finden.
Autor:
gro


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