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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Blau schimmert der Eisvogel
Zwischenüberschrift:
Fachhochschule hat Wildnispfad am Piesberg entwickelt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sammeln, Katalogisieren, Erklären und Ausstellen. Die Aufgaben eines Museums sind vielfältig, aber: " Wir können nicht die ganze Themenvielfalt abdecken", sagt Rolf Spilker, der Leiter des Museums Industriekultur. Wichtig sei daher die Unterstützung durch sehr gute Kooperationspartner. Einer davon ist die Fachhochschule Osnabrück.
Hier eine Distel, da eine Hängebirke, dort ein Tüpfelfarn. Was für den Normalmenschen nur grün aussieht, ist etwas Besonderes: Die Vegetation hat sich auf den einst industriell genutzten Flächen des Piesbergs entwickelt. Und das ohne menschliches Zutun: " Was hier wächst, hat die Bedingungen, die es braucht", sagt Herbert Zucchi, Professor für Zoologie, Ökologie und Umweltbildung. Der Naturschützer hat die neun Stationen für den Wildnispfad erarbeitet, der am Fürstenauer Weg startet und einen Einblick in die Vielfalt der Arten auf einem Gelände gibt, das erst für den Kohleabbau, später als Steinbruch und Müllhalde genutzt wurde und seit den 1970er-Jahren wieder der Natur überlassen ist. Auf engem Raum haben sich verschiedene Biotope entwickelt. Der Zusammenhang zwischen Wildnis und Industrie ergibt sich für Rolf Spilker ganz logisch: Ihm geht es nicht nur um die Industriegeschichte als solche, sondern um die Kulturgeschichte als ganze, und dazu gehörten die Veränderungen, die Industrie in der Natur bewirkt. Gäste sollen auf dem Pfad die Naturentwicklung vor, während und nach dem Steinabbau erfahren. Der Wildnispfad schlängelt sich entlang der Schmalspurbahn, die seit dem vergangenen September das Angebot des Museums ergänzt. Alle 14 Tage sonntags und auf Anfrage ruckelt sie an den Stationen vorbei, die in einer Broschüre und bei Führungen erklärt werden. Gleich hinter der Brücke am Fürstenauer Weg geht es los: Eine Brombeere reckt sich neben einer Acker-Kratzdistel und einer Rubinie ins Licht. Pflanzen, die die hiesigen Bedingungen nicht mögen, beginnen gar nicht erst zu wachsen. Wenige Meter weiter an der Brecheranlage sind vier Wasserbecken zu sehen, die unterschiedliche Stadien der Verlandung zeigen. Teich Nummer eins ist noch völlig ohne Pflanzen, in Teich zwei wachsen Rohrkolben in offenem Wasser, Teich drei ist dicht mit Rohrkolben, Schilf, Binse und Froschlöffel besetzt. Der vierte Teich ist völlig verlandet, hier wachsen Schilf, Brombeere, sogar kleine Bäume. Wer ein wenig Zeit hat, kann im Frühjahr Molche und Erdkröten beobachten; wer Glück hat, sieht einen blauen Eisvogel vorbeisausen. " Ich krieg schon noch raus, wo der nistet", murmelt Spilker zufrieden. Ein Steg ergänzt die Tour mit der Schmalspurbahn. Er führt in das Südfeld des ehemaligen Steinbruchs hinein. Auf der einstigen Schlammfläche hat sich Schilf angesiedelt, das immer mehr Bäume ergänzen. Der Steg wie auch die Schmalspurbahn und das ehemalige Pumpenhaus, wo die Züge stehen, sind von weiteren Kooperationspartnern gefördert worden: Von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, vom Museum für feldspurige Industriebahnen, von der Sparkassenstiftung und der Stadt. Der jüngste Scheck kam von der Haarmann-Stiftung: 18 000 Euro gab sie für den Bau des Stegs, damit die Gäste nicht in die Natur treten müssen, die sich ungestört weiter entwickeln soll.

Bildtexte: Einen Steg durch die Wildnis am Piesberg hat die Haarmann-Stiftung mit 18 000 Euro unterstützt. Von links sind zu sehen: Joachim Bensmann, Franz-Josef Hillebrand , Prof. Karlheinz Altendorf, Rolf Spilker, Jutta Krauß, Gert Lehker, Dr. Elmar Schürmann, Fotos: Elvira Parton


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