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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schnitzen, Schustern, Spielzeug gießen
Zwischenüberschrift:
Zum vierten Mal: Historischer Handwerkermarkt am Museum Industriekultur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Schon von Weitem ist das Pfeifen historischer Züge zu hören. Je näher der Weg dem Piesberg kommt, desto größer ist das Gewusel aus Fahrradfahrern und Spaziergängern. Zwischen Pferdestall und Magazingebäude tummeln sich Menschen an Handwerkerständen und Würstchenbude. Mittendrin steht Rolf Spilker, blinzelt in die Mittagssonne und sagt: " Wir sind sehr zufrieden."
Zum vierten Mal bietet das Museum Industriekultur den historischen Handwerkermarkt an. Hier führen Steinmetze, Schuster, Glasbläser, Fassmacher, Schmiede und weitere Handwerker ihr Können vor. " Vor allem wollen wir Kinder dazu bringen, aktiv zu werden und Spaß dabei zu haben", sagt der Direktor des Museums am Piesberg.
Hinten, auf dem Platz zwischen Magazin und Süberweg, hobelt die achtjährige Hannah-Sophie mit der Raubank Späne von einem Holzscheit. Eine Raubank - sie sieht aus wie ein großer Hobel - hat sie zwar schon bei ihrem Großvater gesehen, damit gearbeitet hat sie aber noch nie. " Es ist ein bisschen anstrengend", sagt sie nach getaner Arbeit, während ihr Bruder Jan-Erik (11) auf dem Zugbock einen Ast von Rinde befreit.
Der Tischler Matthias Vielstädte hat ein Auge auf die Kleinen, während er großen Gästen Tipps gibt. " Wie wird ein Hobel richtig geschärft?", fragt ein Herr und wird ausführlich über die richtige Reibetechnik und das beste Material informiert: " Optimalerweise nehmen Sie Petroleum als Gleitmittel."
" Wir möchten, dass für jeden etwas dabei ist", sagt Rolf Spilker über das Angebot des Marktes. In diesem Jahr findet er ohne Kulturflohmarkt statt, dafür gibt es erstmals einen Flohmarkt für gebrauchtes Werkzeug. Nebenan wird Holzspielzeug verkauft, drei Schritte weiter gibt es Seifen aus Olivenöl, um die Ecke präsentiert ein Polsterer sein Können. Dazwischen sind Oldtimer zu sehen, am grünen Citroën DS geht es vorbei zum hellblauen Fiat 500 und weiter zu Traktoren der Werke Fendt, Kramer, Deutz und Lanz.
Im Magazingebäude wird derzeit die Ausstellung " Hoch hinaus und rund herum - Von Kirchmess und Jahrmarkt" aufgebaut. Sie wird erst am 30. Mai eröffnet, doch Gäste des Marktes dürfen schon einen Blick auf das 100 Jahre alte Karussell der Familie Telsemeyer werfen.
Im ehemaligen Pferdestall demonstriert Claudia Schmidt aus Grambergen, wie sie aus Wolle und Seide ein Oberteil filzt, im Stockwerk darüber präsentiert Peter Berning das Schusterhandwerk. Er selbst ist überwiegend damit beschäftigt, Treter zu reparieren. " Ich fertige nur noch für mich selbst Schuhe an."
Während einige Kinder sich im Schnitzen von Holz üben, töpfern, drechseln, schmieden oder Papier schöpfen, zeigt Museumsvolontär Jan Tönnies anderen, wie sie mit Zinn eine kleine Dampfmaschine gießen können. Es ist nicht nur ein Einblick in ein altes Handwerk, sondern auch in die Spielzeugwelten von Kindern vergangener Zeit.
Und auf dem Weg vom Piesberg in die Stadt werden die Besucher noch eine ganze Strecke vom Pfeifen der historischen Loks der Dampflokfreunde begleitet.
Autor:
mlb


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