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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Elf Euro pro Besucher fürs Marketing
Zwischenüberschrift:
Prüfbericht zur Ausstellung "Verborgene Spur" - Mehrkosten von rund 270000 Euro
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Ein solche geballte Häufung von Mängeln machte selbst erfahrene Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses zunächst sprachlos: Gravierende Fehler bei den Kostenansätzen, mangelhaftes Controlling, Doppelzählungen bei den Besucherzahlen, der ungeklärte Verbleib von Katalogen sowie die unterlassene Angabe zur Verfügung gestellter Werbeflächen werden im Prüfbericht zur Ausstellung ,, Verborgene Spur - Jüdische Wege durch die Moderne" unter anderem schonungslos und mit buchhalterischer Genauigkeit aufgelistet.
Die Vorgeschichte: Bereits vor einem Jahr gab es kritische Fragen zu den Kosten und der mit offiziell 32080 Besuchern weit unter der erwarteten Zahl von rund 50000 Eintrittkarten gebliebenen Resonanz der Sonderausstellung. Doch im Rahmen der Evaluation (Bewertung) des Kulturbereichs fiel die Bilanz zu " Verborgene Spur", die von Ende 2008 bis Mitte April 2009 zum zehnjährigen Jubiläum des Felix-Nussbaum-Hauses zu sehen war, noch weitgehend positiv aus: Gute Ausstellung, aber schlechtes Marketing lautete der Tenor. Um Klarheit über die Gründe der fehlerhaften Kalkulation zu bekommen, die auch trotz von den Gremien nachbewilligter 180000 Euro nicht eingehalten wurde, schaltete der Verwaltungsausschuss (VA) vor allem auf Initiative des CDU-Fraktionschefs Fritz Brickwedde das Rechnungsprüfungsamt (RPA) ein.
Der Bericht: Auf 36 Seiten werden eklatante Mängel aufgelistet. Das räumte Stadträtin Rita Maria Rzyski, die ihr Amt antrat, als die Ausstellungsplanungen abgeschlossen waren, in der nicht-öffentlichen Fachausschuss-Sitzung ein. Im VA waren die Prüf-Erkenntnisse sogar schon zweimal Thema: Da in der vorletzten Woche die Zeit vor der Ratssitzung für die Erörterung nicht ausreichte, wurde die Diskussion am vergangenen Dienstag fortgesetzt. " Als wenn in einem Autohaus bei der Inventur zehn Autos fehlen", kommentierte ein Lokalpolitiker den ungeklärten Verbleib von 108 Katalogen.
Prüfungsdetails: Mehr als 70 Ordner umfasste das Prüfungsmaterial. Umfangreich wird dokumentiert, warum es zu Mehrkosten von rund 270000 Euro kam. Statt realistische Kostenansätze einzuplanen, deren Höhe durch die Erfahrungen bei der erfolgreichen Ausstellung ,, Zeit im Blick" absehbar war, wurden zum Beispiel die Honorare für notwendige zusätzliche Aufsichten (75000 Euro bei der Vorgängerausstellung) oder für Personal für die Ausstellungsführungen nicht berücksichtigt.
Im Vorfeld fiel nicht auf, dass ,, erhebliche externe Personalkosten, aber auch interne" Positionen fehlten, da dem eingeschalteten Fachdienst Controlling die Vergleichszahlen nicht rechtzeitig vorlagen.
Moniert wird unter anderem auch, dass die Museumskasse modernen Auswertungsanforderungen nicht genügt. So wurde festgestellt, dass rund 5000 der offiziell um die 32000 Besucher auf Doppelzählungen zurückgehen - Teilnehmer an Führungen sind zweimal erfasst.
In keiner Übersicht aufgeführt waren vor dem Prüfbericht von der Deutschen Städte-Reklame GmbH zur Verfügung gestellte Werbeflächen im Wert von 100000 Euro. Elf Euro wurden jetzt rechnerisch insgesamt pro Besucher für das Marketing ermittelt - bei einem Eintrittspreis von acht Euro. Gerügt wird auch die " nur unzureichend funktionierende" Buchhaltung. So bekam eine Firma, die für 1600 Euro eine Bildpatenschaft übernommen hatte, trotz Zahlung eine Mahnung, der eine Vollstreckungsankündigung folgte.
Unter ,, Sonstiges" wird vom Rechnungsprüfungsamt noch angeführt, dass bei einer Beiratssitzung auch zwei Flaschen Spätburgunder für insgesamt 131, 80 Euro als Bewirtungskosten anfielen.
Zwischenfazit: Am Ende stehen jetzt Ausgabenüberschreitungen von 30 Prozent zu Buche. Statt des ursprünglich geplanten städtischen Anteils von rund 247500 Euro beläuft sich die Zuschuss-Summe auf 553075 Euro. Die Aufarbeitung des Minus ist noch nicht abgeschlossen. Im VA wurde auch die Frage personalrechtlicher Konsequenzen diskutiert.
Autor:
we


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