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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Recyclingpapier gegen den Raubbau am Urwald
Zwischenüberschrift:
Oberbürgermeister appelliert an Schüler und Eltern: Hefte und Blöcke mit dem blauen Engel kaufen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. 260 Kilo pro Kopf, Tendenz steigend: Die Deutschen verbrauchen immer mehr Papier, und das geht schon in der Schule los. Dabei ließe sich der größte Teil davon durch Recyclingpapier ersetzen, sagt die Osnabrücker Klimaallianz. Oberbürgermeister Boris Pistorius appelliert an Schüler und Eltern, auf Schulhefte mit dem blauen Umweltengel zu achten.
Umweltschutzorganisationen wie Robin Wood prangern den sorglosen Verbrauch von blütenweißem Papier an, weil er die Hauptursache für den Raubbau an den Wäldern in Kanada und Skandinavien sei. Zudem belaste die Zellstoffproduktion die Flüsse. Als erster Schritt wird ein sparsamer Umgang mit Papier empfohlen. Der Gebrauch von Recyclingpapier reduziere die Abwasserbelastung um 90 Prozent und halbiere zugleich den Energieverbrauch.
Schulhefte und Blöcke sollten aus Recyclingpapier bestehen, sagen Renate Vestner-Heise und Dorota Kuczia von der Osnabrücker Klimaallianz. Die Produkte mit dem Umweltgütezeichen seien nur wenige Cent teurer als die aus schneeweißem Papier. Und der leichte Grauton störe weder beim Schreiben noch beim Malen. " So weiß wie nötig und nicht so weiß wie möglich", lautet das Motto. Ein Problem sehen die beiden Aktivistinnen allerdings im fehlenden Angebot des Einzelhandels. In vielen Geschäften sei das Angebot noch sehr lückenhaft. Das werde sich aber ändern, wenn häufiger nachgefragt werde. Nach Auskunft von Renate Vestner-Heise gibt es das volle Sortiment an Schulheften im Aktionszentrum Dritte Welt an der Bierstraße. Als vorbildliches Modell sieht sie zudem die Domschule, in der es schon seit Jahren einen Umwelt-Shop gibt. Für Fünftklässler wird dort ein Starter-Paket mit dem blauen Umweltengel angeboten.

Nur dieses blaue Logo garantiere den besten Umweltstandard " 100 Prozent Altpapier". Die Osnabrücker Klimaallianz warnt vor selbst geschaffenen Labeln, mit denen Frischfaserprodukte beworben werden. Dahinter stecke ein Etikettenschwindel, denn die Umweltbelastung sei deutlich größer als bei Recyclingpapier.
Oberbürgermeister Boris Pistorius hat inzwischen an die Eltern sämtlicher Osnabrücker Schüler appelliert, für das kommende Schuljahr Hefte und Blöcke aus Recyclingpapier anzuschaffen. " Ökologisch wertlose Holzplantagen verdrängen überall auf der Erde die ursprünglichen Wälder", heißt es in dem Schreiben, " Zellstofffabriken zum Beispiel in Kanada verschmutzen Flüsse und Seen und damit den Lebensraum der dort lebenden indigenen Völker".
Nicht nur Schüler und Eltern sind angehalten, auf umweltfreundliches Papier zu achten. Im Dezember 2008 hat der Rat entschieden, dass alle städtischen Einrichtungen Recyclingpapier verwenden sollen - und das gilt natürlich auch für die Schulen. Renate Vestner-Heise hat nachgehakt und festgestellt, dass der Anordnung zuweilen ganz engagiert, manchmal aber auch nur " mit leisem Murren" gefolgt wurde. Vor allem an den weiterführenden Schulen gebe es noch Widerstände gegen das umweltfreundlichere Papier, lautet das Fazit.

Während das Gymnasium " In der Wüste" für den schulinternen Gebrauch immerhin zu 80 Prozent auf Recyclingpapier setze, verwende etwa das Ratsgymnasium ausschließlich Frischfaserpapier. Mit dem Recyclingpapier seien zu viele Geräteprobleme aufgetreten, habe die Begründung gelautet.
Renate Vestner-Heise wundert sich: Bei den Kopierern und Druckern handle es sich um die gleichen Geräte wie in der Angelaschule, und die seien von derselben Firma geleast. Die Angelaschule verwende schon seit längerer Zeit Recyclingpapier. Und habe keine Probleme mit den Geräten.
Autor:
rll


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