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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gestapo überwachte Predigten
Zwischenüberschrift:
Niederländische Zwangsarbeiter feierten in der Friedenskirche ihre Gottesdienste
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nicht einmal 85 Jahre ist die evangelisch-reformierte Friedenskirche. Doch in dieser kurzen Zeit hat sich in ihr schon viel Geschichte abgespielt.
Schlicht ist das Gebäude im späten Jugendstil an der Ecke Bielefelder Straße und Klöntrupstraße im Stadtteil Schölerberg. Diese Wirkung lässt kaum auf die bewegte Geschichte schließen, die die Friedenskirche im 20. Jahrhundert erlebt hat - und dabei ihrem Namen alle Ehre gemacht hat.
Geweiht wurde die Kirche nach den Plänen von Architekt Lothar Gürtler am 7. November 1926. Sie war die zweite reformierte Kirche in Osnabrück. Eigentlich hatte es schon früher ein Gotteshaus in der Neustadt geben sollen. Doch es fehltean finanziellen Mitteln. Und so war ab 1908 erst einmal nur ein Konfirmandensaal da.
Mitte der 20er-Jahre konnte die Friedenskirche dank der Unterstützung aus den Niederlanden und ganz Deutschland gebaut werden. Sogar der damalige niederländische Ministerpräsident Hendrikus Colijn setzte sich für den Kirchenbau ein.
Diese grenzübergreifende Beziehung sollte die Friedenskirche prägen. Im Zweiten Weltkrieg besann sich Pastor Anton Knoop auf die Unterstützung aus dem Nachbarland und hielt inseiner Kirche Gottesdienste für die niederländischen Zwangsarbeiter in Osnabrück ab.
Ganz gefahrlos war das aber nicht. Die Gestapo überwachte die Predigten ihrer Gottesdienste und versuchte immer wieder die seelsorgerische Betreuung der Zwangsarbeiter zu verhindern. Pastor Knoop wurde mehr als einmal das KZ angedroht. Doch die junge Gemeinde ließ sich davon nicht beirren. Als die Friedenskirche 1944 nach einem Bombenangriff ausbrannte, war das allerdings das Ende der niederländisch-reformierten Gemeinde.
1950 wurde mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen. Ihr Äußeres blieb dabei fast unverändert. Nur der kupferne Dachreiter, der etwas später erneuert wurde, sieht anders aus. Er besteht aus dem quadratischen Glockenturm und dem polygonalen Turmstück, das eine Turmspitze ziert.
Bei der erneuten Weihe der Friedenskirche am ersten Advent 1951 nahmen auch die niederländischen Nachbarn regen Anteil. Königin Juliana entsandte ihren Hofprediger nach Osnabrück. Die Königinmutter Wilhelmine schickte ein Telegramm.
Im Laufe der Jahrzehnte ist die Friedenskirche mit der Zeit gegangen. Aus der Luft betrachtet, sind die Solarzellen auf dem südlichen Dach zu sehen, die Anfang 1997 installiert wurden.
2007 beschloss die evangelisch-reformierte Kirche, vier ihrer fünf Gotteshäuser in der Stadt Osnabrück aufzugeben und das Gemeindezentrum in die Bergkirche auf dem Westerberg zu verlegen. Drei Kirchen wurden verkauft.
Die Friedenskirche ist seit 2008 eine Jugendkirche. Sie steht für das Projekt Jugendlichen zunächst vier Jahre zur Verfügung. Regelmäßig finden in ihr Gottesdienste für junge Menschen statt. Dreimal pro Woche öffnet in ihr außerdem ein Café mit Abendessen und Andacht. Aber auch eine Jugendkirche passt irgendwie ja in ein Gebäude, das im Jugendstil gebaut wurde.

Auch dieses Motiv aus unserer Serie " Osnabrück aus der Luft betrachtet" ist in den Geschäftsstellen der " Neuen Osnabrücker Zeitung" in der Großen Straße und am Breiten Gang erhältlich. Eine Aufnahme in der Größe 20x30 cm kostet 14 Euro, ein Abzug im Format 40x60 cm 26, 50 Euro.


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