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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Domhofkuss nach 40 Stunden Busfahrt
Zwischenüberschrift:
Ursulaschüler werden Opfer der Aschewolke: Nach 21000 Kilometern gestern Abend zurück in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Domhof statt Airport: Nach mehr als 40 Stunden Busfahrt kehrten gestern Abend 30 Zehntklässler der Ursulaschule zurück nach Osnabrück. Gegen halb sechs erreichte der bulgarische Bus, der am Montagabend in Sofia gestartet war, endlich den Domhof.
Eigentlich wollten die Schüler und ihre beiden begleitenden Lehrer nach einer Projektwoche bereits am Montagnachmittag auf dem Flughafen Münster/ Osnabrück landen. Doch die Vulkanasche-Wolke hatte ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Eine Woche lang hatten die Schüler in der bulgarischen Stadt Stara Zagora am europäischen Bildungsprojekt " Umwelt baut Brücken", einer gemeinsamen Initiative der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des Bildungsinstituts IZOP teilgenommen. Als sich ihr Aufenthalt am Freitag dem Ende neigte, wurde gerade der europäische Luftraum dichtgemacht. Wie sollten Schüler und Lehrer also am frühen Montagmorgen zurück in die Heimat fliegen?
So kam der Gedanke eines Bustransfers schon am Samstag ins Spiel. Und da sich an der dicken Luft nichts änderte, kam er am Montagabend auch zum Zuge, als der gebuchte Flug tatsächlich annulliert wurde. Mit einem bulgarischen Bus, der eigentlich nur für viele kleine Ausflugsfahrten, nicht aber für einen Rücktransport von 30 Leuten quer durch Europa gechartert worden war, tuckerten die Reisenden nun 21000 Kilometer zurück nach Osnabrück - auf dem Tacho nie mehr als 90 Kilometer pro Stunde.
Dass das Gefährt bereits nach wenigen Minuten und noch vor der bulgarischen Hauptstadt Sofia mit einem Auspuffschaden liegen bleiben würde, sei ihr schon vorher völlig klar gewesen, sagte Veronika Kaiping gestern Abend nach der Rückkehr: " Das musste ja so kommen!" Drei Stunden nach der ersten Panne ging es endlich weiter. " Dass wir heute schon hier sind, hatte ich nicht gedacht", sagte Iris Müller.
Wie alle Schüler war sie nach der ultralangen Fahrt erschöpft und müde - zugleich aber auch " gut zufrieden" und erleichtert, wieder Osnabrücker Boden unter den Füßen zu haben.
Ein Junge legte sich sogar theatralisch aufs Domhofpflaster und küsste die Steine. " Ja, der feste Boden hat jetzt wirklich etwas für sich!", bestätigte ein Mitschüler, der den Bodenkuss amüsiert zur Kenntnis nahm.
" Es ist auf jeden Fall gut gewesen, dass wir nachts aus den Bussen rauskonnten und woanders geschlafen haben", sagte Schülerin Barbara Hillenbrand. In Budapest hatten die Lehrer kurzerhand ein Hotel organisiert, und im bayerischen Straubing fand die Gruppe Unterschlupf in einer Jugendherberge. " Das war eigentlich ganz cool, dass wir so auch mal Budapest kennengelernt haben", bemerkte Iris Müller. " Und für die Klassengemeinschaft war die Zeit, glaube ich, auch ganz gut!"
So viele Kartenspiele hätten sie ansonsten wohl nie zusammen gespielt - und auch die obligatorischen iPods und DVD-Player der Schüler wären wohl nie in so geselliger Runde strapaziert worden.
Autor:
hiek


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