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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Diese Mauern trotzten den Kanonen
Zwischenüberschrift:
Die Vitischanze mit dem Barenturm und der Hohen Brücke 1910 und heute
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Marie-Luise Braun Osnabrück. Zum Schutz der Stadt Osnabrück und ihrer Bewohner wurde die Vitischanze im 30-Jährigen Krieg errichtet. Heute befassen sich Studenten der Fachhochschule Osnabrück in ihren Mauern mit " Industrial Design".
Von Marie-Luise Braun
Osnabrück. Im September 2008 gab die FH bekannt, dass sie das alte Befestigungsbauwerk mit dem neuen Kasino nutzen wolle. Zuvor hatte es mehrere Monate lang leer gestanden, nachdem die Spielbank im April des Jahres an den Hauptbahnhof umgezogen war. Um Geld zu sparen, hatte sie ihre beiden Häuser zusammengelegt.
Die Vitischanze mit Barenturm und Hoher Brücke markiert die empfindlichste Stelle der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Es galt, den Kanonen zu trotzen, die Angreifer auf dem Gertrudenberg in Stellung brachten. Das Ensemble ergänzte die Anlagen, zu denen im Südosten der Stadt die Petersburg gehörte. Im Osten mussten Angreifer die zweigeteilte Hase überwinden, im Westen die sumpfige Wüste.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Vitischanze verstärkt, um das Hasetor und den Königsweg zu schützen, der am Gertrudenberg vorbei nach Bremen führte.
Den mächtigen Barenturm hatten die Bürger Osnabrücks bereits 1471 gemauert, zum Schutz der Stadt vor Angreifern und zum Erhalt ihrer bürgerlichen Freiheiten. Rund 10 000 Bewohner fanden damals innerhalb der Mauern Sicherheit. Etwa 2500 Männer müssen an dem Bau mitgewirkt haben, und das neben ihrer täglichen Arbeit.
Die Hohe Brücke führte zur Zeit des Schwedenangriffs 1633 ins Nichts, statt wie heute zum Torbogen, der nun einer der Eingänge in die Vitischanze ist. Ziel war es damals, mit der Brücke die Schießscharten zu verbergen. Diese lagen so tief, damit die Schützen bei der Gefahrenabwehr nicht wichtige Stauwerke der eigenen Stadt treffen konnten. Erst um 1800 wurde die Brücke verbreitert. Seither leitet sie zum Torbogen.
Am 25. August 1878 öffnete in der Vitischanze eine Gaststätte. Um 1910, als die kolorierte Ansichtskarte angefertigt wurde, vergnügten sich in dem Gemäuer alle Kreise der Bürgerschaft.
Mehrfach wurde die Vitischanze seither umgebaut. Als die Spielbank im Jahr 2000 einzog, folgte der Architekt Wilhelm Pörtner dem Grundsatz, dass sich der Neubau deutlich von der historischen Substanz abheben sollte. Das Ambiente ist stimmig für die jetzigen Nutzer: Seit September 2008 widmen sich Studenten der FH hier der schönen Form.

Bildtext:

Die Vitischanze ist eine der wenigen Befestigungsanlagen der Stadt, die noch erhalten sind. Seit September 2008 wird hier " Industrial Design" gelehrt. Die handkolorierte Ansichtskarte von 1910 (links) hat uns Christian Abt zur Verfügung gestellt.

Foto: Jörn Martens


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