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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Halber Fahrpreis für die Kriegsveteranen
Zwischenüberschrift:
Im April 1910 wurde über den Aufbau einer Berufsfeuerwehr für Osnabrück beraten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Im Rathaus stritt man vor 100 Jahren über die Frage, ob in Osnabrück eine Berufsfeuerwehr aufgebaut werden sollte. Die angespannte Finanzlage der Stadt sprach zwar dagegen, aber die Feuersicherheit lag den Stadtvätern am Herzen. Zu einer Entscheidung kam es im April 1910 aber noch nicht.
Vandalismus war schon vor 100 Jahren ein Thema: Kaum zeigte sich der Frühling, da berichteten Ausflügler schon über Beispiele von Zerstörungswut in Wald und Feld. Nicht allein, dass größere Zweige knospender Büsche und Bäume abgerissen, Blumen gerupft und weggeworfen wurden, auch die von den Verschönerungsvereinen aufgestellten Bänke fielen mehrfach der Zerstörungswut unbekannter Täter zum Opfer. Das Osnabrücker Tageblatt appellierte an Passanten und Wanderer, wachsam zu sein und die Schuldigen der Polizei zu melden.
Bierabend mit Moltke
Innenminister Graf Moltke besuchte Osnabrück und ließ sich im Regierungsgebäude seine Osnabrücker Beamten vorstellen. Oberbürgermeister Rißmüller empfing den Minister im Rathaus und zeigte ihm den Friedenssaal und den Kaiserbecher. Moltke residierte im Hotel Schaumburg, wo ihm zu Ehren ein deftiger Bierabend veranstaltet wurde. Der Minister hatte aber auch persönliche Interessen, denen er bei diesem Besuch nachging. Das Gut Wulften in Sutthausen beherbergte damals eine alte Moltkesche Waffensammlung, die der Graf in Augenschein nahm.
Ihr 50-jähriges Bestehen feierte die Firma Carl Prelle in der Krahnstraße am 10. April. Gründete sich der Betrieb zuerst als Papier- und Schreibwarenhandlung, verbunden mit einer Buchbinderei, so war in späteren Jahren noch ein Buchdruckereibetrieb dazugekommen.
Seit einem Jahr bestand eine Mädchen-Fortbildungsschule, die sich schon viel Anerkennung erworben hatte. Für 3 Mark Jahresgebühr bekamen Mädchen, die mit der Volksschule fertig waren, Unterricht in Deutsch, Flicken, Turnen und Gesang. Jeweils montags und donnerstags lernten sie zwischen 19.30 und 22 Uhr. In den Räumen der Altstädter Volksschule wurden sie von Damen des Osnabrücker Lehrerinnenvereins unterrichtet.
Von der Großzügigkeit des Kaisers profitierten die Osnabrücker Veteranen von 1870/ 71: Zum 40. Jubiläum der Schlachten von 1870 hatte der Monarch Wilhelm II. für alle ehemaligen Soldaten die Kosten für Bahnfahrten nach den Schlachtfeldern um die Hälfte reduzieren lassen. Die Ermäßigung galt von April bis Dezember. Die Veteranen zahlten für einen Kilometer einen Pfennig. Ganze Verbände und Vereine machten sich auf den Weg nach Frankreich.
Der vaterländische Frauenverein bezog in den Räumen der neuen Stadtsparkasse am Rosenplatz eine Säuglingsfürsorgestelle für die Neustadt. Hier wurde Rat erteilt und Milch ausgeteilt. Der Magistrat hatte die hellen, schönen Räume dem Verein mietfreiüberlassen.
Nach wochenlangen Debatten beschlossen die städtischen Kollegien die Erweiterung des Johannisfriedhofs. Seit 1906 waren zwei Hektar Grundstücke angekauft und Anträge gestellt worden, nun sollte die Anlage ausgebaut werden.
Bei weiterhin steigenden Bevölkerungszahlen durch Zuzug und Geburten war es dringend erforderlich, die Kanalisation zeitgemäß zu erweitern. Diese Kosten durfte die Stadt nicht scheuen, sie waren lebenswichtig. Für den nächsten Bauabschnitt der Erweiterungen, Pumpstationen und " Klärungsanlagen" veranschlagten die Baumeister 3, 5 Millionen Mark.
Ausbau der Parkstraße
Stadtbaurat Lehmann votierte für den Ausbau der Parkstraße, damit auch dort die Bebauung beginnen konnte. Zunächst sollte durch Aufschüttung der Abschnitt zwischen Rehmstraße und Wiesenbachstraße erschlossen werden. Die Planung sah vor, dass die Parkstraße später eine " größere Mission" als Verkehrsweg und Verbindung nach Sutthausen erfüllen sollte, daher musste frühzeitig begonnen werden, auch im Hinblick auf die Eisenbahnunterführung. Die Kollegien stimmten ohne weitere Erörterung zu.

Bildtext: Der Autoverkehr spielte noch keine Rolle, als im April 1910 dieses Foto am Kronprinzenwall aufgenommen wurde. Heute ist der Straßenabschnitt mit dem Bocksturm als Natruper-Tor-Wall bekannt. Foto aus " Alt-Osnabrück", Band 2, H. Th. Wenner
Autor:
Christiana Keller


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