User Online: 1 | Timeout: 12:08Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Letzte Ruhe für Sternenkinder
Zwischenüberschrift:
Stadt will Eltern von Totgeborenen einen würdigen Ort für die Trauer anbieten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Manchmal bleibt das Herz schon stehen, bevor ein Mensch geboren wird. Viele Eltern, die sich nichts sehnlicher gewünscht haben als das Kind, suchen dann einen Ort für ihre Trauer. Aber das niedersächsische Bestattungsgesetz baut zum Teil willkürliche Hürden auf, etwa ein Mindestgewicht von 500 Gramm. Die Stadt Osnabrück will die Voraussetzungen jetzt weiter lockern.
Sternenkinder werden sie genannt, weil sie schon in den Himmel kommen, bevor sie richtig auf der Welt sind. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) setzt sich dafür ein, dass Sternenkinder auf Friedhöfen beigesetzt werden können, unabhängig von ihrem Gewicht.
Obwohl es in Osnabrück bereits verschiedene Möglichkeiten gibt, auch die allerkleinsten Erdenkinder zu bestatten, sollen jetzt neue Möglichkeiten angeboten werden. Mit einer Änderung der Friedhofsordnung will die Stadt den Weg frei machen, um ungeborene Föten und Totgeburten in Gemeinschaftsgrabanlagen ohne Namensnennung beizusetzen, auch wenn sie weniger als 500 Gramm wiegen.
Der Betriebsausschuss Osnabrücker Servicebetrieb sprach sich gestern einstimmig für die Änderung der Friedhofssatzung aus. Am 4. Mai wird sich der Rat mit der Angelegenheit befassen. Nach Auskunft von Eva Güse, der Leiterin der Friedhofsabteilung, gibt es Überlegungen, auf dem Nahner Friedhof eine entsprechende Grabstätte zu schaffen. Eine Stele als Gedenkzeichen soll den Ort markieren, an dem die kleinen Särge oder Urnen beigesetzt werden.
So könnten Eltern ihr Sternenkind dort begraben, um für eine " frei wählbare Zeit Trauerarbeit zu übernehmen", heißt es in der Begründung für die Satzungsänderung. Als sichtbare Erinnerung kann ein 40 mal 40 cm großes Beet angelegt werden. Nach einigen Jahren können die Eltern das Beet an die Friedhofsabteilung zurückgeben. Dann wird dort Rasen eingesät.
Winzige Särge
In Osnabrück besteht schon seit einigen Jahren Gelegenheit, Kindergräber für die ganz Kleinen anzulegen. 2008 wurde mit der Friedhofsordnung die Möglichkeit geschaffen, Föten und Totgeburten in Reihengräbern zu beerdigen. In Familiengrabstätten können Föten in ihren winzigen Särgen oder Urnen beerdigt werden, auch wenn nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht. Dafür erhebt die Friedhofsverwaltung keine Gebühr, wie Eva Güse ergänzt.
Anfragen von Eltern, die Föten oder Totgeburten bestatten wollen, registriert die Friedhofsverwaltung etwa drei- bis fünfmal im Jahr. Dabei ist die Tendenz leicht steigend. Die erste Grabstätte für Sternenkinder hat das Marienhospital schon vor knapp 20 Jahren auf dem Friedhof der katholischen St.-Antonius-Gemeinde in Voxtrup eingerichtet. 2001 schloss sich das Klinikum der Initiative an. Zuvor wurden Föten häufig mit dem Krankenhausmüll entsorgt.

Bildtext: " Zur Erinnerung an die Kinder, die zu klein waren, um zu leben!" So steht es auf der Grabstätte, die sich das Marienhospital und das Klinikum auf dem Voxtruper Friedhof teilen. Foto: Michael Hehmann
Autor:
rll


Anfang der Liste Ende der Liste