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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nur Lehrer selbst können ihr Ansehen erhöhen
Zwischenüberschrift:
Dr. Bernhard Bueb sprach an der Uni Osnabrück über Möglichkeiten der Bildung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zu den Missbrauchsfällen werde er am Ende seines Vortrags etwas sagen, kündigte Dr. Bernhard Bueb an. Denn an der Universität Osnabrück wollte der ehemalige Erzieher an der Odenwaldschule hauptsächlich zu einem anderen Thema sprechen: " Aufstieg durch Bildung" war sein Vortrag überschrieben, zu dem er innerhalb des Studiums Generale eingeladen war.
50 Minuten werde er sprechen, sagte Bueb zu Beginn, und daran hielt er sich. Es waren anregende Minuten, in denen der Bestsellerautor das deutsche Bildungssystem anklagte, in dem nach wie vor einzig die kognitive Leistung bewertet werde. " Die deutsche Schule ist eine Belehrungsschule", hob der 1938 in Tansania geborene Pädagoge hervor. So gelänge es jedoch nicht, aus Kindern glückliche Menschen zu machen, betonte der Autor, der 2006 mit seinem Buch " Lob der Disziplin. Eine Streitschrift" eine öffentliche Debatte um die Vermittlung von Werten in der modernen Erziehung losgetreten hatte.
Eine Schule, die Menschen umfassend bilde, sei gerade heute wichtig, wo junge Menschen immer weniger gestaltete Gemeinschaften erleben. Als Beispiele nannte Bueb nicht nur das Aufbrechen familiärer Strukturen, sondern auch den Rückgang des Vereinswesens. Kinder litten unter einem Mangel an Zuwendung und Zeit durch ständige Bezugspersonen.
Glück werde von vielen Menschen als " Animation von außen" verstanden. Doch Glück könne jeder selbst herstellen, indem er sich Anstrengungen aussetze, mit denen er ein bestimmtes Ziel erreichen wolle. Erst mit dem Ziel erhalte Disziplin einen Wert. Als Beispiele nannte er das Gewinnen eines Fußballspiels oder die Besteigung eines Bergs.
Kinder litten heute an einem Mangel an Anerkennung und Abenteuer. Mit Beispielen aus dem Elite-Internat Schloss Salem, das er 31 Jahre lang geleitet hat, und auch aus Hauptschulen, die er begutachtet hatte, zeigte er auf, wie Mithilfe reformpädagogischer Ansätze ein Raum geschaffen werden kann, in dem sich Kinder und Jugendliche entfalten können. Doch solche Beispiele seien in Deutschland selten.
Wer denn reformpädagogische Ansätze verhindere, fragte eine Zuhörerin. " Die Lehrer", antwortete Bueb und begründete dies mit dem erhöhten Aufwand, den eine entsprechende Arbeit mit sich brächte. Wenn Schüler frei arbeiten sollen, verlange das mehr Vorbereitung. Und dies schrecke viele Pädagogen ab. Bueb betonte: " Nur die Lehrer selbst können ihr Ansehen in der Gesellschaft erhöhen." Das mangelnde Ansehen der Lehrer sei eine Folge ihrer Tätigkeit: " Sie strahlen kein Glück aus." Zugleich forderte Bueb eine Veränderung der Bedingungen, unter denen Lehrer arbeiten.
Zu den Missbrauchsfällen äußerte sich Bueb schließlich erst auf Nachfrage. Die Vorfälle an der Odenwaldschule hätten nichts mit dem dortigen pädagogischen Ansatz zu tun, betonte er angesichts jüngerer Veröffentlichungen wie in der " Zeit". Sexueller Missbrauch sei Folge einer psychischen Erkrankung. Und er verglich: " Die Odenwaldschule wurde 15 Jahre von einem Pädophilen geleitet. 85 Jahre jedoch nicht."

Bildtext: Mängel am deutschen Schulsystem beklagt Dr. Bernhard Bueb. Archivfoto: ddp
Autor:
mlb


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